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Regelmäßig finden in allen Standorten des Deutschen Museums Veranstaltungen statt, die wir auf dieser Webseite und auf dem YouTube Kanal per Livestream übertragen.

Der nächste Livestream

Stefan Schönert: Warum gibt es uns?

Wissenschaft für jedermann am 25. Februar 2026, 19 Uhr

Woher stammt die Materie, aus der Sterne, Planeten und letztlich wir selbst bestehen? Diese grundlegende Frage nach dem Ursprung steht im Zentrum des Exzellenzclusters ORIGINS. Eine überraschende Spur führt dabei zu den Neutrinos: extrem leichten, nahezu unsichtbaren Teilchen, die uns ständig durchdringen, aber nur äußerst selten mit Materie wechselwirken und deshalb fast unbemerkt bleiben. Gerade diese ungewöhnliche Eigenschaft macht Neutrinos für die Forschung so spannend. Heute vermuten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass sie eine Schlüsselrolle für die Entwicklung des frühen Universums gespielt haben könnten. Besonders faszinierend ist die Frage, ob Neutrinos ihre eigenen Antiteilchen sind. Die Antwort darauf berührt fundamentale Symmetrien der Natur – und könnte erklären, warum sich Materie und Antimaterie im frühen Universum nicht vollständig gegenseitig ausgelöscht haben. Stefan Schönert zeigt in seinem Vortrag, wie sich solche Ideen experimentell überprüfen lassen. Tief unter einem Berg im Gran-Sasso-Labor sucht das LEGEND-Experiment nach dem sogenannten neutrinolosen Doppelbeta-Zerfall – einem der seltensten vorhergesagten Prozesse der Natur. Diese aufwendige Suche macht eindrucksvoll deutlich, wie die ORIGINS-Forschung hochpräzise Experimente mit den großen Fragen nach dem Ursprung unseres Universums verbindet. Prof. Dr. Stefan Schönert spielt eine führende Rolle in internationalen Experimenten der Neutrino- und Astroteilchenphysik, darunter GERDA, LEGEND, BOREXINO und Double Chooz. Er koordiniert als europäischer Sprecher das LEGEND- Experiment, das den neutrinolosen Doppelbeta-Zerfall untersucht und damit zentrale Fragen zur Natur der Neutrinos sowie zur Entstehung der Materie adressiert. In Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster ORIGINS und den Physikfakultäten der LMU und TU München

Rückblick - die letzten Streams:

Unsere Livestreams bleiben nach den Veranstaltungen jederzeit abrufbar.

Dick van Lente: Die wechselvolle Geschichte des Computers

Aufzeichnung des Vortrags vom 18. Februar 2026

Seit ihrer ersten Einführung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von elektronischen Digitalrechnern erwartet, dass sie überall dort, wo sie eingeführt wurden, Wirtschaft, Regierung, Wissenschaft, militärische Macht und schließlich alle Lebensbereiche tiefgreifend verändern würden. Noch immer ist das eine dominierende Erzählung: Heute sagt man, dass KI »alles verändern wird«. Diese Erwartung setzt die Macht der Technologie voraus, die Welt zu verändern. Viele Wissenschaftler argumentieren jedoch, dass die Gestaltung und Nutzung von Technologien von lokalen Machtverhältnissen, Bräuchen und Bestrebungen bestimmt wird. Im Buch "Prophets of Computing" (2022) wird diese Frage nach dem Verhältnis von Computern und lokalen, kulturellen und politischen Umständen untersucht, indem öffentliche Debatten über die soziale Bedeutung von Computern in dreizehn Ländern verglichen werden. Im ersten Teil des Vortrags fasst Dick van Lente die Ergebnisse dieses Buches zusammen. Die meisten Menschen aber nahmen nicht an öffentlichen Diskussionen teil, und sie machten oft Dinge mit Computern, die Experten überhaupt nicht erwartet hatten. Um daher die Erwartungen von Experten mit dem tatsächlichen Gebrauch von Computern zu vergleichen, wird Dick van Lente im zweiten Teil seines Vortrags Arbeiten von Kulturanthropologen präsentieren, die Computernutzungen untersucht haben in Lateinamerika, Afrika und Südasien – Orte weit entfernt von dort, wo Computer entworfen und gebaut wurden. Haben Computer ihre Welt so verändert, wie es die intellektuellen ‚Propheten‘ erwartet hatten? Dick van Lente ist pensionierter Lektor für Kulturgeschichte an der Erasmus Universität in Rotterdam. Er gehört zum Redaktionsteam der Zeitschrift Technology and Culture. Er untersucht die Kulturgeschichte der Computer und deren Nutzung sowie die Kulturgeschichte des Kalten Krieges.

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