
Bild: Deutsches Museum
Projekt GERIATRONIK
Geriatronik (engl. Geriatronics) bezeichnet den Einsatz von Robotik, Mechatronik und Informationstechnik, hier insbesondere von maschineller Intelligenz und 3D-Technologie, in der Geriatrie, Gerontologie und in der medizinischen Versorgung älterer Menschen zur optimalen Unterstützung und zum Erhalt und Verbesserung der Selbstbestimmung im Alter. Die wesentlichen Ziele der in der Geriatronik entwickelten Technologien sind einerseits der Erhalt der Mobilität sowie der zwischenmenschlichen Interaktion und Kommunikation im Alter, andererseits der Selbstständigkeit durch technische und intuitiv zu bedienende, lernfähige und damit personalisierbare Assistenzsysteme. Darüber hinaus ist ein weiteres zentrales Ziel der Geriatronik die Unterstützung und Entlastung von Pflegekräften, insbesondere bei nichtpflegerischen Aufgaben sowie nicht ergonomischen und damit langfristig gesundheitsbeeinträchtigenden Tätigkeiten. Zusammenfassend soll die Geriatronik ältere Menschen und Pflegeeinrichtungen dabei unterstützten und begleiten, um so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Altern zu ermöglichen, und stellt somit eine Ressource dar, die Selbstbestimmung und soziale Partizipation fördert. Insbesondere sollen sich geriatronische Technologien flexibel an Hilfs- und Unterstützungsbedarfe anpassen. Konkret soll die Geriatronik ältere Menschen
- bei der Alltagsbewältigung allein in der eigenen Wohnung,
- im Falle von Bettlägerigkeit,
- bei Arztbesuchen,
- in Zeiten der Rehabilitation und
- bei der Alltagshygiene
unterstützen. Das Deutsche Museum ist für die Technologie Evaluierung und die Entwicklung von Trainings Modulen für (angehende) Pflegekräfte zuständig. Hierfür werden auch öffentliche Dialog- und Informationsveranstaltungen und Schüler- und Jugendlabore mit Bezug zur Robotik sowie Schulungs, Technologieerfahrungs- und -erlebnissysteme entwickelt und durchgeführt.
Schulungshandbuch - Robotik in der Pflege
Die 2020 in Kraft getretene Reform der generalistischen Pflegeausbildung erfordert aufgrund ihres kompetenzorientierten Ansatzes und der Integration digitaler Technologien neue didaktische Konzepte. Das vorliegende Schulungshandbuch basiert auf dem Forschungsprojekts „Geriatronik“ und geht auf diesen Bedarf ein. Es präsentiert ein Fortbildungskonzept für Pflegelehrende, in dem Robotersysteme nicht als Ersatz, sondern als komplementäre Unterstützung der Pflegepraxis vermittelt werden. Basierend auf Workshop-Ergebnissen mit Lehrkräften aus verschiedenen Pflegebereichen werden konkrete Unterrichtsszenarien vorgestellt, die technologische Anwendung, pflegerischen Alltag und ethische Fragestellungen (KI- und Medizinethik) synergetisch verknüpfen. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung werden pädagogisch-didaktische Methoden zur Förderung der Handlungskompetenz innerhalb der generalistischen Rahmenpläne erörtert. Das Handbuch bietet somit eine erste Grundlage, um angehende Pflegefachkräfte auf eine digitalisierte Arbeitswelt vorzubereiten, in der technologische Unterstützung und pflegerische Empathie miteinander verschmelzen.