
Bild: Deutsches Museum, München | Hubert Czech
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Livestreams aus dem Deutschen Museum
Regelmäßig finden in allen Standorten des Deutschen Museums Veranstaltungen statt, die wir auf dieser Webseite und auf dem YouTube Kanal per Livestream übertragen.
Der nächste Livestream
150 Jahre an der TU: Vier Impulse aus Informations- und Elektrotechnik
Wissenschaft für jedermann am 18. März, 19 Uhr
Die Elektrotechnik und Informationstechnik an der Technischen Universität München wird in diesem Jahr 150 Jahre alt. Wo 1876 die erste Vorlesung über elektrische Telegraphie den Grundstein legte, ist heute ein breites Spektrum mit über 40 Lehrstühlen und Professuren abgedeckt. Vier von ihnen stellen sich heute mit einem kurzen Impuls vor. Prof. Dr. Markus Becherer, Chip-based Magnetic Sensor Technology Von der Forschung zur Anwendung: Spinwellen für Hochfrequenzbauelemente der nächsten Generation? Prof. Becherer forscht an magnetischen Bauelementen für spin-basierte Signalverarbeitung und Sensorik. Ein Schwerpunkt sind ferro- und ferrimagnetische Materialien, deren nanoskalige Strukturierung sowie elektrische und optische Charakterisierung. Mit den entwickelten Methoden können Materialeigenschaften gezielt eingestellt und potentielle Anwendungsfelder im Bereich digitaler, analoger und neuromorpher Signalverarbeitung erschlossen werden. Prof. Dr. Hans-Georg Herzog, Energiewandlungstechnik Parkst Du noch oder lädst Du schon? Kabelloses Laden von Elektrofahrzeugen Prof. Herzog forscht auf dem Gebiet der energieeffizienten, elektromechanischen Antriebe. Wesentliche Arbeitsgebiete sind dabei Entwurf und Optimierung hybrid-elektrischer und batterie-elektrischer Antriebsstränge, automatisierte Entwurfsmethoden für elektromechanische Aktoren, Energie- und Leistungsmanagement sowie Verlustmechanismen in weichmagnetischen Werkstoffen. Prof. Dr. Berna Özkale Edelmann, Nano- und Microrobotics Krafttraining für Deine Zellen Prof. Özkale Edelmanns Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung nanorobotischer Werkzeuge zur Entschlüsselung von Signalprozessen zwischen Säugetierzellen und ihrer Mikroumgebung. Im Besonderen nutzt ihre Forschung Nanotechnologie, intelligente Biomaterialien, Mikrofluidik und Einzelzellmanipulationstechnologie, um multifunktionale Mikrogeräte für die regenerative Medizin zu entwickeln. Prof. Dr. Antonia Wachter-Zeh, Codierung und Kryptographie Wie man sich in aller Öffentlichkeit ein Geheimnis zuflüstert – Kryptographie zwischen Alltag und Quantencomputern Prof. Wachter-Zehs Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Codierungstheorie, Post-Quantum Kryptographie und Informationstheorie sowie deren Anwendungen in Speicherung, Kommunikation, Datenschutz, Sicherheit und maschinellem Lernen. Moderation: Prof. Dr. Kai Müller, Quantum Electronics and Computer Engineering Prof. Müllers Forschungsschwerpunkt ist das Quanten-Engineering von Bauelementen, die für alle Bereiche der photonischen Quantentechnologien essenziell sind, und deren Integration in quanten-photonisch integrierte Schaltungen. Diese Bauelemente sind Quellen für nichtklassisches Licht wie Einzelphotonen oder verschränkte Photonen, Spin-Photonen-Schnittstellen, Quantenspeicher und Einzelphotonendetektoren. Die Forschung umfasst das gesamte Spektrum von Grundlagen der Licht-Materie-Wechselwirkungen bis hin zu Demonstrationsexperimenten. In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München
Rückblick - die letzten Streams:
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Oliver Trapp: Chemische Evolution
Aufzeichnung des Vortrags vom 11. März 2026
Wie konnte aus unbelebter Materie Leben entstehen? Bevor sich die ersten Zellen bildeten, mussten auf der frühen Erde zunächst die chemischen Bausteine des Lebens entstehen – eine Entwicklung, die Forschende als chemische Evolution bezeichnen. Der Vortrag von Prof. Dr. Oliver Trapp beleuchtet diesen faszinierenden Übergang von der einfachen Chemie zu komplexen, lebensähnlichen Systemen. Ein mögliches Szenario beginnt mit Kohlendioxid aus der frühen Erdatmosphäre, das unter den damaligen Bedingungen in einfache organische Moleküle umgewandelt werden konnte – unterstützt durch katalytische Prozesse an vulkanischem Gestein und meteoritischem Material. Aus diesen ersten Bausteinen konnten sich Schritt für Schritt immer komplexere und funktionelle organische Moleküle entwickeln. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass sich in solchen präbiotischen Reaktionsnetzwerken sogar selbstorganisierende Katalysatoren spontan bilden können. Diese zeigen eine erstaunliche funktionelle Vielfalt und eröffnen plausible Wege zur Entstehung von Aminosäuren, Zuckern, Coenzymen und weiteren für das Leben zentralen Molekülklassen. Oliver Trapp gibt zudem Einblick in experimentelle Arbeiten zur Bildung früher Protozellen und beleuchtet mögliche erste Schritte auf dem Weg zur Entstehung des Lebens. Die Forschung von Oliver Trapp konzentriert sich auf das Verständnis selbstverstärkender und autokatalytischer Reaktionsnetzwerke, die zu Symmetriebrechungen führen. Dabei gelang die Identifikation selbstevolutionärer Systeme auf molekularer Ebene, die bei der Entstehung des Lebens eine Schlüsselrolle gespielt haben könnten. Darüber hinaus befasst er sich mit der Entwicklung industriell relevanter Katalysatoren und Reaktionssysteme, die eine Selbstverstärkung von Chiralität zeigen. Komplexe, insbesondere autokatalytische Reaktionsnetzwerke werden mit einzigartigen Hochdurchsatzmethoden und hochauflösender Massenspektrometrie im Detail untersucht. Oliver Trapp ist Max-Planck-Fellow am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg sowie Projektleiter am Exzellenzcluster ORIGINS. In Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster ORIGINS und den Physikfakultäten der LMU und TU München