
Bild: Deutsches Museum, München | Hubert Czech
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Livestreams aus dem Deutschen Museum
Regelmäßig finden in allen Standorten des Deutschen Museums Veranstaltungen statt, die wir auf dieser Webseite und auf dem YouTube Kanal per Livestream übertragen.
Rückblick – die letzten Streams:
Unsere Livestreams bleiben nach den Veranstaltungen jederzeit abrufbar.
Forever young? Jugend-Kult vs. alternde Gesellschaft
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Aufzeichnung des Zukunftsplauschs aus dem Deutschen Museum Nürnberg vom 19. Mai 2026
Straff, sportlich, leistungsfähig – wenn wir der Werbung Glauben schenken, will niemand alt werden. Ewige Jugend scheint das neue Ideal zu sein. Demgegenüber steht die harte Realität: Der demografische Wandel lässt unsere Gesellschaft altern. Sind diese beiden Extreme ein Widerspruch? Besteht womöglich ein Zusammenhang? Auch die Science-Fiction kennt utopische Welten, in der niemand mehr die Bürden des Alters tragen muss. Aber ist das ein erstrebenswertes Zukunftsszenario? Ließe es sich überhaupt erreichen oder ist Altern eine biologische und gesellschaftliche Notwendigkeit? Im Zukunftsplausch am 19. Mai diskutieren wir mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Sportwissenschaft und Gerontologie, Medizin und Medizinethik sowie Kulturanthropologie, ob wir in Zukunft noch alt werden (wollen). Diskutieren Sie mit! Gäste: Dr. Anamaria Depner (Kulturanthropologie, Goethe-Universität Frankfurt am Main) PD Dr. Ellen Freiberger (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) Prof. Dr. Andreas Frewer (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) Moderation: Dagny Müller (Deutsches Museum Nürnberg)
Wie beeinflusst die Umwelt unser Immunsystem? Ein lernendes System braucht Kontakt zur Natur, um widerstandsfähig zu bleiben. Die Umweltmedizin zeigt neue Wege in der Prävention und Heilung. Der Einfluss der Umwelt auf den menschlichen Körper ist heute allgegenwärtig – er zeigt sich an Haut, Lunge, Herz und unserem Immunsystem. Umweltbedingte Erkrankungen sind komplex. Doch wer diese Zusammenhänge versteht, kann handeln. Wissen schafft Orientierung – und Orientierung schafft Hoffnung. Viele Erkrankungen wie Allergien oder Neurodermitis sind heute gut behandelbar, teilweise sogar heilbar. Die Forschung zeigt immer genauer, wie diese Krankheiten entstehen – bis hin zu ihren molekularen Grundlagen. Die Umweltmedizin betrachtet den Menschen dabei nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit seiner Umwelt. Im Zentrum steht unser Immunsystem: kein Abwehrsystem im Daueralarm, sondern ein lernendes System. Es lernt durch Kontakt – mit Mikroben, Nahrung und einer vielfältigen Natur. Fehlt dieser Kontakt, steigt das Risiko für Fehlreaktionen. Kontakt macht widerstandsfähig und erzeugt Toleranz – eine überlebenswichtige Strategie, sowohl biologisch als auch sozial. Wie das Heilen in einer veränderten Welt funktioniert, darüber spricht Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann im Rahmen einer Vortragsreihe zur Sonderausstellung "Planetary health" im Deutschen Musum. Claudia Traidl-Hoffmann ist Ärztin für Dermatologie und Allergologie sowie Umweltmedizinerin. Sie leitet das Institut für Umweltmedizin und Integrative Gesundheit (EMIH) am Universitätsklinikum Augsburg und an der Universität Augsburg. In ihrer Forschung untersucht sie, wie Umweltfaktoren – etwa Luftverschmutzung, Pollen oder Klimawandel – unsere Gesundheit beeinflussen. Sie erforscht, wie sich Krankheiten wie Allergien oder Neurodermitis besser vorhersagen, verhindern und behandeln lassen. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf den Auswirkungen des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit. Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit berät sie Politik und engagiert sich stark in der Wissenschaftskommunikation. Für ihre Arbeiten zur Verbindung von Umwelt, Klima und Gesundheit ist sie national und international vielfach ausgezeichnet worden. Hier geht es zur Aufzeichnung des Livestreams von der Veranstaltung am 28. April (Link zum Youtube-Kanal des Deutschen Museums).
Der Klimawandel ist längst auch in Deutschland spürbar. Trotzdem ist vielen Menschen nicht bewusst, welche weitreichenden gesundheitlichen Folgen die globale Erwärmung, der Verlust an Artenvielfalt und die Verschmutzung von Luft, Wasser und Boden für jeden Einzelnen von uns haben. Mit dem „Planetary Health“-Konzept werden die komplexen Zusammenhänge von Klimawandel, Umwelt und Gesundheit erforscht. Dieser Vortrag von Dr. Julia Serong und Professor Dr. Lars Guenther geht der Frage nach, wie dieses Zusammenspiel von Umwelt und Gesundheit in den Medien dargestellt wird: Welche Themen stehen im Fokus, welche geraten in den Hintergrund? Wer wird für die Probleme und ihre Lösungen verantwortlich gemacht? Darüber hinaus gibt der Abend Einblicke in aktuelle Forschungsdaten zu Einstellungen gegenüber Klimawandel und zum Vertrauen in Klimawissenschaft in Deutschland. Gemeinsam reflektieren wir, welche Rolle die Wissenschaftskommunikation dabei spielt und wie wir konstruktiv mit populistischen Debatten und verbreiteten Fehlinformationen zum Thema Klimawandel und Gesundheit umgehen können. Dr. Julia Serong ist Forschungsleiterin am Munich Science Communication Lab. Seit Dezember 2017 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IfKW) der LMU München. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Wissenschaftskommunikation, Medienqualität und Öffentlichkeitstheorie. Professor Dr. Lars Guenther ist Professor für Kommunikationswissenschaft am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medien (IfKW) der LMU München. Darüber hinaus ist er außerordentlicher Professor am Centre for Research on Evaluation, Science, and Technology (CREST) der Stellenbosch University in Südafrika. Seine Forschungsinteressen umfassen die öffentliche Wahrnehmung (kontroverser) Wissenschaft, Wissenschafts- und Gesundheitsjournalismus, Vertrauen in die Wissenschaft sowie die öffentliche Kommunikation über Risiken und wissenschaftliche (Un-)Gewissheit. Hier geht es zur Aufzeichnung des Livestreams von der Veranstaltung am 14. April (Link zum Youtube-Kanal des Deutschen Museums).
Der Zukunftsplausch aus dem Deutschen Museum Nürnberg drehte sich am 24. März um die große Frage: Sind wir allein im Universum – oder ist die Stille des Alls trügerisch? Die Suche nach außerirdischem Leben fasziniert nicht nur Science-Fiction-Fans, sondern auch die moderne Forschung. Vielleicht geht es „nur“ um Mikroben auf fernen Planeten – vielleicht aber um intelligente Zivilisationen mit Technologien, die wir uns kaum vorstellen können. Wie realistisch ist ein solcher Fund? Und was würde er mit uns machen? Ein Kontakt mit außerirdischem Leben hat das Potenzial, unser Weltbild, Politik und Selbstverständnis grundlegend zu verändern. Der Zukunftsplausch lädt ein zu einer spannenden Diskussion: Wie wahrscheinlich ist außerirdisches Leben wirklich – und sind wir bereit für die vielleicht größte Entdeckung der Menschheitsgeschichte?
Gäste: Dr. Iva Vilović (Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP))
Dr. Andreas Anton (Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene in Freiburg (IGPP))
Dr. Bernd Flessner (FAU Kompetenzzentrum für interdisziplinäre Wissenschaftsreflexion (FAU ZIWIS))
Moderation: Dr. Tobias Beuchert
Hier geht es zur Aufzeichnung des Livestreams von der Veranstaltung (Link zum Youtube-Kanal des Deutschen Museums).Die Elektrotechnik und Informationstechnik an der Technischen Universität München wird in diesem Jahr 150 Jahre alt. Wo 1876 die erste Vorlesung über elektrische Telegraphie den Grundstein legte, ist heute ein breites Spektrum mit über 40 Lehrstühlen und Professuren abgedeckt. Vier von ihnen stellen sich heute mit einem kurzen Impuls vor.Prof. Dr. Markus Becherer, Chip-based Magnetic Sensor Technology
Von der Forschung zur Anwendung: Spinwellen für Hochfrequenzbauelemente der nächsten Generation?
Prof. Becherer forscht an magnetischen Bauelementen für spin-basierte Signalverarbeitung und Sensorik. Ein Schwerpunkt sind ferro- und ferrimagnetische Materialien, deren nanoskalige Strukturierung sowie elektrische und optische Charakterisierung. Mit den entwickelten Methoden können Materialeigenschaften gezielt eingestellt und potentielle Anwendungsfelder im Bereich digitaler, analoger und neuromorpher Signalverarbeitung erschlossen werden.Prof. Dr. Hans-Georg Herzog, Energiewandlungstechnik
Parkst Du noch oder lädst Du schon? Kabelloses Laden von Elektrofahrzeugen
Prof. Herzog forscht auf dem Gebiet der energieeffizienten, elektromechanischen Antriebe. Wesentliche Arbeitsgebiete sind dabei Entwurf und Optimierung hybrid-elektrischer und batterie-elektrischer Antriebsstränge, automatisierte Entwurfsmethoden für elektromechanische Aktoren, Energie- und Leistungsmanagement sowie Verlustmechanismen in weichmagnetischen Werkstoffen.
Prof. Dr. Berna Özkale Edelmann, Nano- und Microrobotics
Krafttraining für Deine Zellen
Prof. Özkale Edelmanns Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung nanorobotischer Werkzeuge zur Entschlüsselung von Signalprozessen zwischen Säugetierzellen und ihrer Mikroumgebung. Im Besonderen nutzt ihre Forschung Nanotechnologie, intelligente Biomaterialien, Mikrofluidik und Einzelzellmanipulationstechnologie, um multifunktionale Mikrogeräte für die regenerative Medizin zu entwickeln.
Prof. Dr. Antonia Wachter-Zeh, Codierung und Kryptographie
Wie man sich in aller Öffentlichkeit ein Geheimnis zuflüstert – Kryptographie zwischen Alltag und Quantencomputern
Prof. Wachter-Zehs Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Codierungstheorie, Post-Quantum Kryptographie und Informationstheorie sowie deren Anwendungen in Speicherung, Kommunikation, Datenschutz, Sicherheit und maschinellem Lernen.
Moderation:
Prof. Dr. Kai Müller, Quantum Electronics and Computer Engineering
Prof. Müllers Forschungsschwerpunkt ist das Quanten-Engineering von Bauelementen, die für alle Bereiche der photonischen Quantentechnologien essenziell sind, und deren Integration in quanten-photonisch integrierte Schaltungen. Diese Bauelemente sind Quellen für nichtklassisches Licht wie Einzelphotonen oder verschränkte Photonen, Spin-Photonen-Schnittstellen, Quantenspeicher und Einzelphotonendetektoren. Die Forschung umfasst das gesamte Spektrum von Grundlagen der Licht-Materie-Wechselwirkungen bis hin zu Demonstrationsexperimenten.
In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München
Hier geht es zur Aufzeichnung der Veranstaltung vom 18. März (Link zum Youtube-Kanal des Deutschen Museums).Wie konnte aus unbelebter Materie Leben entstehen? Bevor sich die ersten Zellen bildeten, mussten auf der frühen Erde zunächst die chemischen Bausteine des Lebens entstehen – eine Entwicklung, die Forschende als chemische Evolution bezeichnen.
Der Vortrag von Prof. Dr. Oliver Trapp beleuchtet diesen faszinierenden Übergang von der einfachen Chemie zu komplexen, lebensähnlichen Systemen. Ein mögliches Szenario beginnt mit Kohlendioxid aus der frühen Erdatmosphäre, das unter den damaligen Bedingungen in einfache organische Moleküle umgewandelt werden konnte – unterstützt durch katalytische Prozesse an vulkanischem Gestein und meteoritischem Material. Aus diesen ersten Bausteinen konnten sich Schritt für Schritt immer komplexere und funktionelle organische Moleküle entwickeln.
Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass sich in solchen präbiotischen Reaktionsnetzwerken sogar selbstorganisierende Katalysatoren spontan bilden können. Diese zeigen eine erstaunliche funktionelle Vielfalt und eröffnen plausible Wege zur Entstehung von Aminosäuren, Zuckern, Coenzymen und weiteren für das Leben zentralen Molekülklassen. Oliver Trapp gibt zudem Einblick in experimentelle Arbeiten zur Bildung früher Protozellen und beleuchtet mögliche erste Schritte auf dem Weg zur Entstehung des Lebens.
Die Forschung von Oliver Trapp konzentriert sich auf das Verständnis selbstverstärkender und autokatalytischer Reaktionsnetzwerke, die zu Symmetriebrechungen führen. Dabei gelang die Identifikation selbstevolutionärer Systeme auf molekularer Ebene, die bei der Entstehung des Lebens eine Schlüsselrolle gespielt haben könnten. Darüber hinaus befasst er sich mit der Entwicklung industriell relevanter Katalysatoren und Reaktionssysteme, die eine Selbstverstärkung von Chiralität zeigen. Komplexe, insbesondere autokatalytische Reaktionsnetzwerke werden mit einzigartigen Hochdurchsatzmethoden und hochauflösender Massenspektrometrie im Detail untersucht.
Oliver Trapp ist Max-Planck-Fellow am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg sowie Projektleiter am Exzellenzcluster ORIGINS. Hier geht es zur Aufzeichnung des Vortrags vom 11. März (Link zum Youtube-Kanal des Deutschen Museums).
In Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster ORIGINS und den Physikfakultäten der LMU und TU MünchenDer Traum ist fast so alt wie die Alchemie selbst: aus Blei oder anderen Elementen Gold herzustellen. Mit Neutronen lassen sich Elemente ineinander umwandeln und auch die Zusammensetzung einer Probe so genau bestimmen, dass man bei antiken Amphoren sogar herausfinden kann, in welchem Brennofen sie gefertigt worden sind.
Doch woher kommen die chemischen Elemente ursprünglich überhaupt und warum sind sie unterschiedlich häufig? Nach dieser Einführung erklärt Dr. Christian Stieghorst, wie man die elementare Zusammensetzung einer Probe an den von ihm betreuten wissenschaftlichen Instrumenten der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) bestimmt. Die Neutronen-Aktivierungsanalyse, so der Name einer der Methoden, kann bis zu ein Atom unter mehreren Billionen anderen Atomen erkennen.
Diese präzise Methode nutzen die Forschenden zum Beispiel dazu, um die Luftverschmutzung durch Holzkohle-Herstellung in Portugal an Flechten zu messen. Die Ergebnisse zeigen kleinste Spuren von Phosphor und Schwefel aus dem Rauch von Kohlemeilern. Neben den Flechten untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Trüffel auf ihre Echtheit, indem sie die Elementzusammensetzung überprüften.
Doch nicht nur im Umweltschutz und der Lebensmittelsicherheit, sondern auch in der Archäologie liefern die Neutronen wertvolle Messdaten. So gibt die Elementzusammensetzung darüber Auskunft, woher ein Fundstück stammt oder wo es gefertigt wurde. Und schließlich wird Christian Stieghorst der Frage nachgehen, ob man aus Blei tatsächlich Gold machen kann. Dafür hat er natürlich auch ein paar reale Beispiele von umgewandelten Elementen mit im Gepäck, die etwa in Hochleistungshalbleitern eingesetzt werden.
Seit 2016 forscht Dr. Christian Stieghorst an der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) der Technischen Universität München. Zunächst als Instrumentwissenschaftler in der Elementanalysegruppe, inzwischen arbeitet er außerdem in der Datenauswertungsgruppe am Heinz Maier-Leibnitz Zentrum. Seine wissenschaftliche Karriere begann der Physiker mit der Diplomarbeit am Institut für Radioökologie und Strahlenschutz der Leibniz Universität in Hannover im Jahr 2010. Anschließend promovierte er am Institut für Kernchemie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Hier geht es zur Aufzeichnung der Veranstaltung vom 4. März 2026 (Link zum Youtube-Kanal des Deutschen Museums).
In Zusammenarbeit mit dem Heinz Maier-Leibnitz Zentrum