Neu in der Sammlung
Das Deutsche Museum sammelt Objekte in vielen Fachbereichen. Nur ein kleiner Teil davon ist ausgestellt. Jedes Jahr kommen neue Objekte hinzu. Wir stellen Ihnen ausgewählte Neuzugänge vor.
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Musterpackung einer Antibabypille der Firma Merck aus dem Jahr 1965. Später vorsorglich vom Markt genommen, gilt der Wirkstoff heute als sicher.
Im Jahr 1960 entwickelten Chemiker des Pharma-Unternehmens Merck in Darmstadt das synthetische Sexualhormon Chlormadinonacetat und meldeten es zum Patent an. Mit der “Antibabypille” Aconcen (eigentlich enthält die Monatspackung Dragées) brachte Merck 1965 den Wirkstoff in Kombination mit Mestranol zur hormonellen Verhütung in die Apotheken und machte damit schon bald Schering und Parke, Davis & Co. auf dem damals noch jungen Markt für hormonelle Kontrazeptiva Konkurrenz. 1970 erreichte man etwa 8 % Marktanteil.
Bei Langzeit-Tierversuchen mit dem Wirkstoff Chlormadinonacetat im Jahr 1970 ergaben sich jedoch Auffälligkeiten: Bei Hunden (Beagles), denen man eine 10- bis 25-fach höhere Dosis verabreicht hatte, als für Menschen üblich war, bildeten sich zum Teil gutartige Knötchen im Brustgewebe. Andere Tierarten wie Ratten, Mäuse und Affen zeigten hingegen keinerlei Gewebeveränderungen, und das, obwohl sie über 29 Monate hinweg sogar das 10- bis 50-Fache der für Menschen vorgeschriebenen Dosis erhalten hatten.
Obwohl diese Studienergebnisse sehr widersprüchlich waren, nahm Merck Aconcen noch im selben Jahr (1970) vorsichtshalber vom Markt. Rückblickend betrachtet haben sich die damaligen Befürchtungen zwar als unbegründet erwiesen, doch Merck beendete gleichzeitig sämtliche Aktivitäten auf dem Gebiet der Sexualhormone. Heute ist der Wirkstoff Chlormadinonacetat wieder in einigen gängigen Antibabypillen enthalten und gilt als sehr sicher.
Dies ist eine unverkäufliche Musterpackung, 10 der 21 Dragées sind noch vorhanden.
Bezeichnung: Hormonelles Kontrazeptivum Aconcen, 21 Dragées in Musterpackung
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