Direkt zum Seiteninhalt springen

Die neueste Kamera in der Sammlung des Deutschen Museums wiegt nur 14 Gramm, liefert aber spektakuläre Bilder: Die Rede ist von der Schiedsrichterkamera RefCam (kurz für Referee Camera), und sie wurde heute von der Firma Riedel Communications an das Museum übergeben. In der Ausstellung „Foto und Film“, gleich gegenüber der Vitrine mit einer Daguerre-Kamera aus dem Jahr 1839, die satte sieben Kilogramm auf die Waage bringt.

Das kleine Meisterwerk der Technik könnte nicht besser aufgehoben sein als im Deutschen Museum. Denn die Kamera ist nicht nur eine technische Innovation, sie war auch in einem historischen Moment dabei: im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer 2026 in den USA. Sie war am Kopf von Schiedsrichter Slavko Vinčić montiert – und zeigte auch das entscheidende Tor für Spanien in der 106. Minute aus seiner Perspektive.

Generaldirektor Michael Decker zeigte sich beeindruckt von dem neuen Exponat: „Das Deutsche Museum dokumentiert seit 120 Jahren die Weiterentwicklung der Kameratechnik. Was mich persönlich besonders fasziniert, ist die Miniaturisierung der Technik – verbunden mit der immensen Steigerung der Bildqualität. Und als Sportfan beeindruckt mich natürlich auch, dass die berühmte Schiedsrichterperspektive dank der Kamera für alle Zuschauer einnehmbar ist.“

Die winzige Kamera ist am Headset auf Augenhöhe des Schiedsrichters angebracht. Die HD-Bilder wirken deshalb fast so, als sehe man das Spiel mit den Augen des Schiedsrichters. Gleichzeitig wird auch der Ton übertragen – man bekommt also mit, was Vinčić im WM-Finale Lionel Messi mit auf dem Weg gab. Wenn der Schiedsrichter über den Platz läuft oder sich Spieler zur Brust nimmt, ist die Perspektive so, als stehe man selbst auf dem Spielfeld.

Ursprünglich sollten die Bilder zu Trainingszwecken für die Schiedsrichterausbildung dienen, inzwischen bekommt sie auch das Fernsehpublikum zu sehen. Die Videos zeigen sehr anschaulich, wie dynamisch so ein Spiel ist – und wie schwer Schiedsrichterentscheidungen sein können. Nach dem Anschauen von ein paar Videos steigt der Respekt vor den Schiedsrichtern erheblich – und dank des Tons bekommt man auch mit, dass der Unparteiische oft auch eine Diplomatenrolle auf dem Rasen spielt.

„Bei der Konstruktion der RefCam stand die Anforderung im Vordergrund, eine extrem leichte Kamera zu bauen, die die Schiedsrichter in keiner Weise behindert und dennoch hervorragende Bilder in Sendequalität liefert“, erklärt Thomas Riedel. „Dass diese Entwicklung nach ihren erfolgreichen Einsätzen in den größten Stadien der Welt nun einen dauerhaften Platz im Deutschen Museum erhält – direkt neben Meilensteinen der Technikgeschichte –, ist für unser gesamtes Team eine besondere Ehre.“

Riedel, der im April die Münchner Traditionsfirma Arri übernommen hat, entwickelte die Kamera 2023 zusammen mit den Bundesliga-Schiedsrichtern Patrick Kessel und Nicolas Winter. Einen ersten Test gab es im Dezember 2023 im Drittliga-Spiel Arminia Bielefeld gegen TSV 1860 München, im Februar 2024 folgte das Bundesliga-Debüt. Die Bundesliga war maßgeblich an der Entwicklung und weiteren Optimierung der RefCam beteiligt und setzte sie als eine der ersten Ligen weltweit in Serie ein. Die Kamera wird aber nicht nur im Fußball eingesetzt – sondern auch im Basketball und im Handball. Selbst die Punkrockband die Toten Hosen haben den Winzling schon bei Konzerten eingesetzt. Und demnächst bekommt die RefCam einen festen Platz in einer Vitrine des Deutschen Museums – gleich neben einer Arri-Kamera.

Bild 1/4

14-Gramm-Winzling mit bester Übertragungsqualität: die RefCam im Größenvergleich mit einer 20-Cent-Münze.

Frei zur Veröffentlichung nur mit dem Vermerk

Foto: Riedel Communications

Download

Bild 2/4

Übergabe der Schiedsrichterkamera von Thomas Riedel (re.) an Generaldirektor Michael Decker.

Frei zur Veröffentlichung nur mit dem Vermerk

Foto: Deutsches Museum

Download

Bild 3/4

Durch die Übergabe samt Unterzeichnung wird aus der Final-RefCam ganz offiziell ein Kulturgut in der Sammlung des Deutschen Museums. Auf dem Bild von links nach rechts: Sonja Neumann, Kuratorin für Foto und Film, Generaldirektor Michael Decker, Entwickler und Firmenchef Thomas Riedel und Dominik Scholler von der Bundesliga.

Frei zur Veröffentlichung nur mit dem Vermerk

Foto: Deutsches Museum

Download

Bild 4/4

Generaldirektor Michael Decker (li.) und Thomas Riedel von der Firma Riedel Communications bei der Übergabe der Schiedsrichterkamera im Deutschen Museum.

Frei zur Veröffentlichung nur mit dem Vermerk

Foto: Deutsches Museum

Download