
Bild: Georg Reisch / LRO
Ein Zentraldepot fürs Deutsche Museum
Die einmalige Sammlung bekommt ein neues Zuhause – Baubeginn schon im September
Die Adresse könnte kaum besser passen: Zwischen Justus-von-Liebig-Straße und Marie-Curie-Straße in Erding-Aufhausen liegt das Grundstück, das mit seinen 20.000 Quadratmetern groß genug ist, um dort ein Zentraldepot für das Deutsche Museum zu bauen. Im September 2014 hatte das Museum das Gelände gekauft, doch bisher fehlten die Mittel, um es zu bebauen. Jetzt endlich wird der Traum der Museumsmacher wahr: Ab September 2026 wird ein Depot auf diesem Grundstück errichtet. Bis Ende 2028 soll es fertig sein. Der Weg zur Finanzierung war lang und steinig – und führt jetzt endlich zum Erfolg.
Bei einem Pressetermin heute in Aufhausen präsentierten Generaldirektor Michael Decker und der Kaufmännische Direktor Henrik Häcker gemeinsam den Investor, der das Zentraldepot für das Museum planen, bauen, finanzieren und betreiben soll: Es ist die Georg Reisch GmbH & Co. KG, ein großes, mittelständisches Familienunternehmen aus Baden-Württemberg. Weil das Deutsche Museum die Baukosten nicht hätte aufbringen können, wählt man einen Umweg: Reisch baut für das Deutsche Museum das Depot und finanziert den Bau über den Kapitalmarkt. Finanzierungspartner von Reisch ist dabei die Bayerische Landesbank. Das Deutsche Museum zahlt dem Investor über 25 Jahre die Baukosten und die Finanzierungskosten ab. „Wir hätten uns das Geld selbst nicht auf dem Kapitalmarkt leihen können“, erklärt Henrik Häcker. „Deshalb mussten wir diesen ungewöhnlichen Weg wählen.“ Generaldirektor Decker ergänzt: „Ich freue mich sehr, dass unsere einmalige Sammlung jetzt endlich einen zentralen Ort bekommt. Das ist für unsere Forschung sehr wichtig – und dafür hat das Museum lange gekämpft.“
Der Erdinger Oberbürgermeister Max Gotz, der für den Pressetermin extra nach Aufhausen gekommen war, sagte: „Wir freuen uns sehr, dass das Deutsche Museum nun loslegt. Erding bekommt jetzt eine Rolle als der zentrale Ort des Museums, wo einmalige Kulturgüter bewahrt, erforscht und restauriert werden. Mit dem geplanten Zentraldepot eröffnen sich in unserer Stadt neue Perspektiven auch für Forscherinnen und Forscher. Baulich haben wir alle Wünsche des Deutschen Museums erfüllt!“
Wie jedes Museum hat auch das Deutsche Museum weit mehr Objekte, als es in seinen Ausstellungen zeigen kann. Etwa zehn Prozent der Sammlung sind ausgestellt, der Rest der Objekte liegt in Depots. Weil das Museum nie ein geeignetes eigenes Zentraldepot hatte, musste es Depotflächen anmieten – für Mietkosten von mehreren Millionen Euro pro Jahr. „Und das sind sogenannte Ewigkeitskosten – das heißt: Wir hätten diese Mieten bis in alle Ewigkeit zahlen müssen“, sagt Häcker. „Auf lange Sicht ist das Geld für ein Zentraldepot also richtig gut investiertes Geld.“ Und das Zentraldepot gehört dem Museum schon in der Bauphase. Ab 2053 dann ohne zusätzliche Kosten. Häcker weiter: „Wir brauchen keinen Cent zusätzliche öffentliche Mittel für das Projekt, sondern finanzieren es aus unserem regulären Haushalt.“
Gebaut wird im ersten Abschnitt ein fünfgeschossiger Bau mit rund 14.000 Quadratmetern Lagerfläche – dazu kommen Funktionsflächen für Exponatanlieferung, Digitalisierung, Konservierung und Restaurierung mit mehr als 3200 Quadratmetern. Die Lagerfläche reicht zwar nicht aus, um dort alle Objekte des Museums unterzubringen, aber das Gebäude ist so geplant, dass ein bis zwei weitere Bauabschnitte – insgesamt ca. 28.000 Quadratmeter – später kostengünstig ergänzt werden können. In der Endausbaustufe hätte das Depot dann die 45.000 Quadratmeter Lagerfläche, die das Museum braucht. „Hier ist genug Platz, um die ganze Sammlung des Deutschen Museums aufnehmen zu können“, sagt Generaldirektor Decker. „Und das an einem Ort, der nicht allzu weit vom Museum selbst entfernt ist – ein wirklich großer Vorteil.“
Insgesamt kostet das Depot das Museum über die 25 Jahre hinweg 100 Millionen Euro – samt Betrieb und Finanzierung. Das Deutsche Museum hat den Partner über ein europaweites Ausschreibungsverfahren gefunden. „Wir schaffen in Erding den hochspezialisierten baulichen Rahmen, der notwendig ist, um nationale Technikgeschichte für künftige Generationen zu sichern und Spitzenforschung zu ermöglichen“, sagt Wolfgang Müller, Geschäftsführer der Georg Reisch GmbH & Co. KG, die den Bau zusammen mit dem Architekturbüro LRO GmbH & Co. KG aus Stuttgart realisiert. Katja Pütter, geschäftsführende LRO-Gesellschafterin: „Die Aufgabe an sich ist spannend und nicht alltäglich: Es geht darum, unter Einsatz von nur wenig Technik ideale klimatische Bedingungen zur bestmöglichen Aufbewahrung und Konservierung unterschiedlichster Exponate aus Wissenschaft und Technik zu schaffen.“
Die Zeit bis zur Fertigstellung nutzt das Deutsche Museum, um die Umzüge nach Aufhausen vorzubereiten – angesichts der Größe vieler Objekte in der Sammlung ein anspruchsvolles Projekt. Schon ab Anfang 2029 sollen die ersten Objekte in Aufhausen einziehen. Auch rund 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums werden hier ihren Arbeitsplatz finden. Sein ursprüngliches Ziel, in Erding ein für die Öffentlichkeit zugängliches Schaudepot zu schaffen, hat das Museum leider aufgeben müssen. „Das hätte uns finanziell bei weitem überfordert“, sagt Henrik Häcker. „Eine möglichst große Lagerfläche war uns wichtiger als ein repräsentativer Bau.“ Generaldirektor Decker ergänzt: „Wir hoffen aber, kleine Gruppen in regelmäßigen Abständen durch das Depot führen zu können. Denn ein solcher Blick hinter die Museumskulissen fasziniert die Besucherinnen und Besucher immer wieder.“
Daten und Fakten auf einen Blick:
Flächen
Größe des Grundstücks in Erding-Aufhausen: rund 20.000 Quadratmeter
Gesamtfläche im ersten Bauabschnitt: rund 17.400 Quadratmeter
Geplante Lagerfläche im ersten Bauabschnitt: rund 14.000 Quadratmeter
Geplante Fläche im Endausbau: rund 45.000 Quadratmeter
Kosten
Gesamtkosten über 25 Jahre: 100 Millionen Euro
Zeitplan
Baubeginn: September 2026
Fertigstellung und Übergabe: Dezember 2028
Einbringung der ersten Objekte: Anfang 2029
Die Pressemitteilungen unserer Partner zum Download
Pressemitteilung Georg Reisch GmbH & Co. KG
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Bild: Deutsches Museum
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Beim Ortstermin auf dem Grundstück in Erding/Aufhausen (v. li.): Katja Pütter vom Architekturbüro LRO, Wolfgang Müller von der Georg Reisch GmbH, Generaldirektor Michael Decker, Erdings Oberbürgermeister Max Gotz und der Kaufmännische Direktor des Museums, Henrik Häcker.
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Foto: Deutsches Museum

Bild: Deutsches Museum
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Beim Ortstermin auf dem Grundstück in Erding/Aufhausen (v. li.): Katja Pütter vom Architekturbüro LRO, Wolfgang Müller von der Georg Reisch GmbH, Generaldirektor Michael Decker, Erdings Oberbürgermeister Max Gotz und der Kaufmännische Direktor des Museums, Henrik Häcker.
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Bild: Deutsches Museum, München | Reinhard Krause
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Generaldirektor Michael Decker durfte sich ans Steuer des Baggers setzen.
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Generaldirektor Michael Decker hebt schon mal symbolisch eine Schaufel Erde auf dem künftigen Baugrund für das neue Zentraldepot aus.
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Bild: Georg Reisch / LRO
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Visualisierung des Zentraldepots auf dem Gelände in Erding/Aufhausen.
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Visualisierung: © Georg Reisch / LRO