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Inhalt

Mit geschultem Blick: Die erste Versuchsphase der Luftbildfotografie bis 1918.

Bearbeitet von

Projektbeschreibung

Anhand von fotooptischen Geräten (Panoramakameras, Brieftaubenkameras, Glasplatten-Fliegerkameras, Maschinengewehr-Kameras, Reihenbildner), fotografischen Techniken (Stereoskopie und Fotomosaikkartierung) und visueller Täuschung (Tarnung) untersucht das Projekt, wie der Blick aus der Luft militärische und wissenschaftliche Aktivitäten herausforderte und gleichzeitig die Wahrnehmung und Vorstellung der Zivilbevölkerung von der Landschaft veränderte.

Weitere Projektbeschreibung

„Es ist daher nicht richtig, wenn man für die Zeit vor Mai 1915 von einem Luftbildwesen spricht. Man fotografierte wohl vom Ballon und vom Flugzeug, aber man stellte noch keine Bildmeldungen in dem Sinne her, wie sie im Kriege dann für alle Beobachter üblich geworden waren.“

Mit diesen Worten beschrieb der deutsche Bildoffizier Carl Fink die Institutionalisierung der Luftbildfotografie als militärische Disziplin im Ersten Weltkrieg. Das vorliegende Projekt geht den Umständen nach, die zur Umwandlung der Luftbildfotografie in eine systemische Methode der wissenschaftlichen Vermessung und Bildaufklärung führten. Die erkenntnistheoretischen Implikationen und die öffentliche Rezeption der Luftbildfotografie werden anhand der materiellen, tierischen und technologischen Merkmale von Luftbildinfrastrukturen untersucht. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden für fotografische Systeme aus der Luft Tauben, Drachen, Ballons, Raketen und Luftschiffe eingesetzt. Durch einen Prozess von Versuch und Irrtum wurde die Luftbildfotografie dann mit der Entwicklung des Flugzeugs effektiv. Die Verbreitung der Luftaufnahmen beeinflusste die öffentliche Wahrnehmung und das Verständnis des natürlichen und städtischen Raums. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts half die zunehmende Veröffentlichung und Erläuterung von Luftbildern der Zivilbevölkerung, sich die Welt von oben anzueignen und die Landschaft durch Vertikalisierung, Versachlichung, Funktionalität, Messbarkeit und Distanzierung zu interpretieren.

Veranstaltungen

  • Berlin (Online), Network Topographic Visual Media »Pasted Topographies«, 18. November 2020: The Photomosaic Map, also known as the WWI Flying Cinema.
  • Katowice, University of Silesia, ICOHTEC 46th Symposium  »Technology & Power«, 24. July 2019: The Power of the Artificial Eye: Production and Reception of Aerial Photography during the World Wars.   
  • Milan, Fondazione Stelline, SHOT Annual Meeting »Exploring the Interface between Technology, Art, and Design«, 26. October 2019: Exchanging Perspectives Between Avant-Garde Aesthetics and Military Aerial Technology.

Publikationen

  • Quagliati, Noemi: Caméras aériennes sur l’île: les appareils photographiques de l’exposition «Historische Luftfahrt bis 1918» du Deutsches Museum, Munich, in: L'image verticale. Politiques de la vue aérienne, Sandoz M.; Weber A. (Hg.) Transbordeur. Photographie, Histoire, Société, Nr. 6, 2022, (erscheint Februar 2022).
  • Quagliati, Noemi: Playing Hide-and-Seek in the German Press: Presence and Absence of Camouflage in WWI Narrations, in: Vulcan (Brill), The Journal of the History of Military Technology, Nr. 9, 2021, (erscheint voraussichtlich Ende 2021).
  • Quagliati, Noemi: Training the Eye: Production and Reception of Aerial Photography during the World Wars, in: AUC Geographica 55, Nr. 1 (April 2020), S. 93-111. https://doi.org/10.14712/23361980.2020.6

Blog

Dietl, Tatjana; Holzer, Charlotte; Quagliati, Noemi: Fliegende Kameras. Luftbildfotografie in der Dauerausstellung „Historische Luftfahrt bis 1918“, in: Der Blog des Deutschen Museums.

Weitere Forschungsprojekte