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Findbuch zum Nachlass von Oskar Sala

Der Nachlass Oskar Salas im Archiv des Deutschen Museum (NL 218) umfasst 7350 Verzeichnungseinheiten in 83 Regalmetern.

Nach der umfangreichen Einzelerfassung durch Erdmuthe Farthofer konnte Claus Ludl in Zusammenarbeit mit Wilhelm Füßl diese Erschließungsdaten im Jahr 2020 in eine einheitliche, geordnete und gegliederte Form bringen und zu einem knapp 1500 Seiten starken Findbuch vereinen.

Das Projekt zur Endfassung des Findbuchs wurde unterstützt durch die Oskar-Sala-Stiftung.

Zum Inhalt des Nachlasses von Oskar Sala

Der archivische Nachlass Oskar Salas enthält unter anderem biografische Unterlagen, Teile seiner privaten und geschäftlichen Korrespondenz, eigene Veröffentlichungen, zahlreiche Zeitungsausschnitte zu Salas Auftritten, deren Rezeption und Publikationen Dritter zu Sala, der elektronischen Musik sowie zur Geschichte der Musik allgemein.

Darüber hinaus ist Salas Spiel, die kommerzielle Nutzung und Entwicklung des Trautoniums gut dokumentiert: So sind im Nachlass Drehbücher, Konzepte, Notizen und Plakate zu seinen Vorträgen und Auftritten, zahlreiche Notenhandschriften, Notizen zum Tonbandaufbau, Protokollhefte und Tonaufnahmeberichte enthalten.

Von einem besonderen Interesse sind die Spielanleitungen und klangtechnischen Instruktionen, die Oszillogramme und Berechnungen ebenso wie die elektrotechnischen Schaltpläne, Konstruktionsskizzen und technischen Beschreibungen.

Integraler Bestandteil des Nachlasses ist Salas sehr umfangreiches Kunst-, Foto-, Film- und Tonarchiv. Es umfasst Gemälde, Drucke und Zeichnungen ebenso wie zahlreiche Fotografien, Negative und Dias. Ferner sind in Salas Bibliothek audiovisueller Medien etliche Filme auf verschiedensten Datenträgern überliefert, von denen die 16-mm- und 35-mm-Filme hervorzuheben sind, weil sie einen Bezug zu seinen Auftragsarbeiten aufweisen.

Von den Tondokumenten sind die über 1800 weitgehend digitalisierten Ton- und Perfobänder von besonderem Wert. Sie spiegeln wohl am eindrucksvollsten die Breite von Salas Werk wider und insbesondere seinen beachtlichen Einfluss auf Film, Rundfunk und Theater.

Neben den Verzeichnissen der in den Datensätzen genannten Personen und Körperschaften bietet das Findbuch zusätzlich ein Register der unter Salas Mitwirkung entstandenen Dokumentar-, Spiel- und Werbefilmproduktionen sowie ein Register der Aufführungen, Hörspiele und autonomen Musik.

Neuerscheinung

Wilhelm Füßl
Schatzkammer für Technik und Wissenschaft
Das Archiv des Deutschen Museums
München 2022, 228 Seiten mit 151 Abbildungen
ISBN 978-3-948808-11-2
Buchhandelspreis 29,90 €

Das Archiv des Deutschen Museums gehört zu den bedeutendsten Spezialarchiven für die Geschichte der Naturwissenschaft und der Technik weltweit. Auf 4,7 Regalkilometern verwahrt es herausragende Dokumente aus neun Jahrhunderten, darunter mehrere Nobelurkunden und -medaillen, die frühesten Zeichnungen des Flugpioniers Otto Lilienthal oder das Laborbuch von Otto Hahn mit der Entdeckung der Kernspaltung.

Im vorliegenden Buch greift der Autor Dr. Wilhelm Füßl, bis 2021 Leiter des Archivs, diese und andere Einzelstücke aus dem riesigen Fundus heraus und erzählt dazu spannende Geschichten: Wer war die erste Fotografin der Weltgeschichte? Was hat es mit dem Wurmpapier auf sich? Gibt es wirklich einen Film über die ersten Flüge Lilienthals? Was kann uns die Mitgliedskarte Albert Einsteins erzählen? Ist Raubgut in den Archiven des Hauses versteckt? Und warum sind Läuse im Archiv willkommen?

In seinem Buch geht es Wilhelm Füßl zudem darum, die Arbeit der Archivarinnen und Archivare des Deutschen Museums in ausgewählten Exkursen zu veranschaulichen. Wie funktioniert das Sammeln? Wie werden die wertvollen Stücke konservatorisch und restauratorisch behandelt? Wie funktionieren die Erschließung der Bestände und eine moderne Digitalisierung? Auch diese Fragen beantwortet der Autor anschaulich und vermittelt so ein eindrucksvolles Bild von der Arbeit im Archiv.

Die einzelnen Kapitel sind mit Aufnahmen des Fotografen Hans-Joachim Becker hervorragend illustriert.

Zum Autor

Dr. Wilhelm Füßl ist Historiker und war nach verschiedenen beruflichen Stationen im In- und Ausland von 1992 bis 2021 Leiter des Archivs des Deutschen Museums.

Er publizierte u. a. 2005 das Werk Oskar von Miller (1855–1934). Eine Biographie. Er ist Herausgeber bzw. Mitherausgeber der Bücher bzw. Ausstellungskataloge Biographie und Technikgeschichte (1998), Geschichte des Deutschen Museums. Akteure, Artefakte, Ausstellungen (2003), Wirklichkeit und Illusion. Dioramen im Deutschen Museum (2017), 100 Jahre Konrad Zuse – Einblicke in den Nachlass (2010), Konstruierte Wirklichkeit. Philipp Lenard (1862–1947). Biografie – Physik – Ideologie (2012), Licht und Schatten. Ernst Mach | Ludwig Mach (2017) sowie Fotografie im Dienst der Wissenschaft. Aspekte der Visual History (2021). Mehrere seiner Bücher wurden mit Preisen ausgezeichnet.

Tag der Archive 2022 - BlogSlam der Münchner Archive

Technologietransfer und Erfindergeist

Er gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter der Industrialisierung in Bayern: Georg von Reichenbach (1771-1826). Der Blog-Beitrag zum Tag der Archive 2022 verfolgt den spannenden Lebensweg Reichenbachs als „Industriespion“, vielseitiger Erfinder und Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

  • Als junger Mann reist Georg Reichenbach im Jahr 1791 nach England, um sich die Dampfmaschine von James Watt aus nächster Nähe anzuschauen.
  • Seine Notizen und Zeichnungen fasst er in einem „Spionagetagebuch“ zusammen, das in seinem Nachlass im Archiv des Deutschen Museums überliefert ist.
  • Danach macht Reichenbach Karriere als Ingenieur und Erfinder.
  • Er ist Mitbegründer der renommierten optisch-mechanischen Werkstätte in München.
  • Später entwickelt er selbst Dampfmaschinen.

Die ganze Geschichte gibt's am 13. März 2022 im Gemeinschaftsblog der Münchner Archive. Hier und im neuen Blog Archive in Bayern entsteht ab 5. März ein „BlogSlam“ zum Motto des bundesweiten Tags der Archive 2022 „Fakten, Geschichten, Kurioses“.

Reinschauen lohnt sich jeden Tag!

Der Tag der Archive findet alle zwei Jahre Anfang März statt. Er wird veranstaltet vom Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. (VdA).