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Jetzt geht’s los: Nur knapp sieben Monate nachdem das Deutsche Museum seine Pläne für den Bau eines Zentraldepots verkündet hatte, rollen in Erding die Bagger. Beim Spatenstich vor Ort waren auch zwei Mitglieder des bayerischen Kabinetts: Wissenschaftsminister Markus Blume lobte das Projekt als Meilenstein für die Museumslandschaft. Und Bayerns Arbeits- und Familienministerin Ulrike Scharf freute sich in ihrer Funktion als Erdinger Landtagsabgeordnete über die Standortwahl für das Projekt.

„Sammlungszentrum Deutsches Museum“ soll in gut zwei Jahren an der Fassade stehen. Die Übergabe des Gebäudes soll im Dezember 2028 erfolgen – auch die Bauzeit ist rekordverdächtig. Dass das Deutsche Museum jetzt nicht mehr von einem „Zentraldepot“, sondern von einem Sammlungszentrum spricht, hat seinen Grund. Generaldirektor Michael Decker: „Wir bauen hier kein reines Lagerhaus, sondern ein lebendiges Zentrum für die Technikgeschichte.“ Neben riesigen Depotflächen für Zehntausende von Museumsobjekten entstehen Restaurierungswerkstätten, wissenschaftliche Analyselabore und Digitalisierungsarbeitsplätze. „Denn wir forschen ja an unserer einmaligen Sammlung und bringen immer mehr Objekte detailliert digitalisiert ins Internet, damit sie auch anderen Forscherinnen und Forschern zugänglich sind“, sagt Decker weiter. „Erstmals können wir unsere einzigartigen Schätze unter perfekten Bedingungen nicht nur aufbewahren, sondern direkt vor Ort erforschen, konservieren, restaurieren und für die digitale Welt erschließen. Eigene Labore und Werkstätten direkt an den Sammlungsräumen sind ein unschätzbarer Vorteil – und schützen zudem die empfindlichen Objekte vor unnötigen Transporten. Dass wir nur sieben Monate nach der Bekanntgabe des Projekts, bereits anfangen zu bauen, ist eine großartige Gemeinschaftsleistung aller Beteiligten.“ Professor Decker dankte der Stadt Erding für die schnelle Baugenehmigung, ohne die diese Geschwindigkeit nicht möglich gewesen wäre.

So konnten schon heute zwischen der Justus-von-Liebig-Straße und der Marie-Curie-Straße die ersten Spatenstiche für dieses Großprojekt gesetzt werden – und zwar gleich mit sechs Spaten. Für den Freistaat waren Staatsminister Markus Blume und Staatsministerin Ulrike Scharf dabei – Scharf ist zugleich Erdinger Landtagsabgeordnete. Für die Stadt Erding vertrat den OB die 3. Bürgermeisterin Helga Stieglmeier. Vom Deutschen Museum war Generaldirektor Decker dabei. Für das Bauunternehmen Georg Reisch griff Geschäftsführer Wolfgang Müller zum Spaten und Katja Pütter für die Architekten von LRO.

Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume sagte: „Wer sammelt, braucht Platz – und das Deutsche Museum ist ein begnadeter Sammler! Als größtes Technikmuseum der Welt beherbergt es unzählige Exponate. Und als herausragendes Forschungsmuseum braucht es eine besondere Infrastruktur: Das neue Sammlungszentrum wird deshalb nicht nur ein Lager oder Depot – wir schaffen moderne Werkstätten, Labore und die Möglichkeit, dass Besucherinnen und Besucher auch die Forschungsarbeit des Museum noch besser entdecken und erkunden können. Das alles im Erfolgsmodell einer öffentlich-privaten Partnerschaft mit Reisch. So bringen wir die private Realisierungskompetenz und die Verlässlichkeit des Staats zusammen – das Beste aus beiden Welten.“

Arbeits- und Sozialministerin Ulrike Scharf erklärte: „Bayern ist ein Hightech-Standort und braucht junge Menschen, die sich für Forschung und Technik interessieren. Daher ist es wichtig, dass das neue Sammlungszentrum des Deutschen Museums auch für Schulklassen öffnen wird. An diesem eindrucksvollen Ort hier in Erding werden zukünftig Kinder und Jugendliche für Technik und Geschichte begeistert. Ich wünsche dem Bau einen reibungslosen Verlauf und dem Team um Generaldirektor Michael Decker alles Gute.“

Das Sammlungszentrum wird in einer für das Museum neuen öffentlich-privaten Partnerschaft realisiert. Den Zuschlag in einem europaweiten Vergabeverfahren bekam die Georg Reisch GmbH & Co. KG aus Baden-Württemberg. Weil das Deutsche Museum die Baukosten nicht hätte aufbringen können, wählt man einen Umweg: Reisch plant und baut für das Deutsche Museum das Depot und finanziert den Bau über den Kapitalmarkt – und betreibt das Haus über 25 Jahre hinweg. Finanzierungspartner von Reisch ist dabei die Bayerische Landesbank. Das Deutsche Museum zahlt dem Investor die Bau- und Finanzierungskosten ab. „Wir hätten uns das Geld selbst nicht auf dem Kapitalmarkt leihen können“, erklärt der Kaufmännische Direktor des Deutschen Museums, Henrik Häcker. „Deshalb mussten wir diesen ungewöhnlichen Weg wählen.“ Und Geschäftsführer Wolfgang Müller von der Firma Reisch sagt: „Was gibt es Schöneres für uns, als gemeinsam mit unseren Projektpartnern den gesamten Zyklus des Bauens beim Projekt ‘Sammlungszentrum Deutsches Museum’ verantwortlich umsetzen zu dürfen. Planen, Bauen, Finanzierung und Betrieb des Gebäudes bis ins Jahr 2053. Eine wunderbare Aufgabe.“

Langfristig spart der Bau dem Museum richtig viel Geld. Zwar investiert das Deutsche Museum rund 115 Millionen Euro über diese 25 Jahre hinweg, dafür gehört das Sammlungszentrum dem Deutschen Museum aber auch. Bisher hatte das Museum für seine Objekte verstreut liegende und teilweise ungeeignete Lagerflächen mieten müssen – zum Preis von mehreren Millionen Euro pro Jahr. „Diese Kosten hätte das Museum bis in alle Ewigkeit zahlen müssen“, sagt Häcker. „Deshalb ist ein Sammlungszentrum, das uns selbst gehört, richtig gut investiertes Geld.“ Zumal das Museum für das Projekt keinen Cent zusätzlicher Mittel aus Steuergeld benötigt, sondern es aus seinem regulären Haushalt finanziert. Ursprünglich war nur ein Investment von 100 Millionen Euro geplant, aber weil sich die Erweiterung relativ kostengünstig finanzieren lässt, hat das Museum jetzt noch einmal rund 15 Millionen Euro für den Bau draufgelegt – und bekommt dafür noch einmal rund 9000 Quadratmeter mehr: ein Flächenzuwachs von rund 40 Prozent bei Mehrkosten von 15 Prozent. „Auch das ist für uns ein gutes Geschäft“, sagt Häcker.

Wie jedes Museum hat auch das Deutsche Museum weit mehr Objekte, als es in seinen Ausstellungen zeigen kann. Etwa zehn Prozent der Sammlung sind ausgestellt, der Rest der Objekte wird in Depots aufbewahrt. Schließlich ist eine wichtige Aufgabe von Museen auch das Bewahren von Kulturgut und die Erforschung der Objekte. All das wird im neuen Sammlungszentrum in Erding möglich. Anfang 2029 könnten die ersten der rund 110.000 Exponate, die derzeit noch in acht dezentralen Depots in Bayern untergebracht sind, in ihr neues Zuhause einziehen. Bis zu 15 feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums werden dauerhaft vor Ort tätig sein. Auch wenn aus personellen und finanziellen Gründen kein Schaudepot für die breite Öffentlichkeit realisiert werden konnte, könnte das Sammlungszentrum im Rahmen von Führungen für geschlossene Gruppen und Schulklassen erlebbar gemacht werden. „So ein Blick hinter die Kulissen fasziniert unsere Besucherinnen und Besucher immer ganz besonders“, sagt Generaldirektor Michael Decker.

Daten und Fakten zum Sammlungszentrum

Flächen

  • Größe des Grundstücks in Erding-Aufhausen: rund 20.000 Quadratmeter
  • Gesamtfläche im ersten Bauabschnitt (5 Etagen): knapp 30.000 Quadratmeter
  • Geplante reine Depotfläche (erster Bauabschnitt): rund 21.000 Quadratmeter
  • Funktionsflächen (Werkstätten, Digitalisierung, Logistik): ca. 5000 Quadratmeter
  • Geplante Fläche im Endausbau (inkl. Erweiterungsmodulen): rund 45.000 Quadratmeter

Finanzierung & Partnerschaft

  • Gesamtkosten (Planung, Bau, Finanzierung & Betrieb über 25 Jahre): rund 115 Millionen Euro
  • Realisierungspartner: Georg Reisch GmbH & Co. KG (Bad Saulgau) in Kooperation mit LRO GmbH & Co. KG (Stuttgart)
  • Finanzierungspartner: Bayerische Landesbank (BayernLB)

Zeitplan

  • Projektverkündung: 19. Februar 2026
  • Offizieller Spatenstich (Baubeginn): 17. September 2026
  • Geplante Fertigstellung und Übergabe: Dezember 2028
  • Einzug der ersten Exponate: Anfang 2029
  • Fertigstellung Erweiterung: Ende März 2029

Bild 1/3

Beim Spatenstich für das neue Sammlungszentrum des Deutschen Museums in Erding-Aufhausen (v. li.): Katja Pütter (LRO GmbH & Co. KG), Erdings 3. Bürgermeisterin Helga Stieglmeier, Bayerns Sozial- und Arbeitsministerin Ulrike Scharf, Generaldirektor Michael Decker, Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume und Wolfgang Müller (Reisch GmbH & Co. KG).

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Foto: Deutsches Museum

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Bild 2/3

Mit Helm und Spaten: der Generaldirektor des Deutschen Museums, Michael Decker.

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Foto: Deutsches Museum

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Bild 3/3

Die Visualisierung zeigt, wie das neue Sammlungszentrum in Erding-Aufhausen einmal aussehen soll.

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Visualisierung: © Georg Reisch / LRO

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