Direkt zum Seiteninhalt springen

Inhalt

Vielschichtig & funktional: Methoden zur Erhaltung von Raumanzügen

Bearbeitet von

Projektbeschreibung

Die Lebensdauer von Raumanzügen beschränkt sich je nach Anwendung und Wartungsaufwand auf wenige Monate bis Jahre. Im Museum dagegen sollen Exponate für mehrere Generationen erhalten werden, um über sie und den Menschen der Vergangenheit zu lernen. Am russischen Druckanzug Sokol-KV-2 wurden 2018/19 beispielhaft Alterungsphänomene im Material und Schäden durch Einflüsse von außen erforscht. Nun geht es darum, die empfohlenen Maßnahmen zur präventiven Konservierung umzusetzen und zu kontrollieren.

Exponatschutz in der Ausstellung

Schadensfaktoren für die Raum- und Pilotenanzüge sind Licht, Feuchtigkeit, erhöhte Temperatur sowie Schadstoffe aus synthetischem Material der Exponate oder der Vitrine. Der Bereich Raumfahrt ist als Dunkelausstellung ohne Tageslicht gestaltet, und das Spektrum der LED-Leuchten enthält keinen UV-Anteil. Die Vitrine wird durch eine passive Klimatisierung auf 30–40 % relative Luftfeuchte konditioniert, die Temperatur ist über den Ausstellungsraum geregelt. Ventilatoren sorgen für Luftzirkulation in der Vitrine, sodass potentiell schadstoffhaltige Luft über Aktivkohlegewebe in den Klimafächern strömt. Konservatorisch ungeeignete Materialien der Figuren werden durch neue ersetzt und dabei auch ihre Körperhaltung verbessert. 

Methoden zur Überprüfung der Maßnahmen

Beim Ausleuchten kontrollieren RestauratorInnen mit einem Luxmeter die Einhaltung der empfohlenen 50 lx Beleuchtungsstärke. Die konstante Aufzeichnung von Klimadaten und ein Schadgas-Monitoring sind die Entscheidungsgrundlage für die weitere Optimierung der Ausstellungssituation. Mittels Fotografie und Farbmessung werden Veränderungen an den Exponaten dokumentiert und die Staubdichtigkeit der Vitrine bewertet.

Veranstaltungen

Vorträge 

  • Charlotte Holzer, Der Sokol-KV-2-Raumanzug von Klaus-Dietrich Flade. Konservatorische Empfehlungen zur Ausstellung „Raumfahrt“, Arbeitskreis Forschung, Deutsches Museum, München, 25. Juni 2019 

Veröffentlichungen

  • Charlotte Holzer, Marisa Pamplona, Anna Micheluz, Poster: Why does it change its color? Damage analysis on a Russian spacesuit Sokol KV-2, Future Talks 2019, Neue Sammlung, München 11. November 2019 

Aktuelles

Kooperationspartner

  • National Air and Space Museum, Smithsonian Institution, Washington, D.C.
  • Lehrstuhl für zerstörungsfreie Prüfung, Technische Universität München
  • Fraunhofer-Entwicklungszentrum Röntgentechnik

Weitere Forschungsprojekte