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Infolge der informationstechnischen Durchdringung nahezu aller Gesellschaftsbereiche werden sich sowohl die historisch arbeitenden Geisteswissenschaften als auch Museen zunehmend mit medialen Umbrüchen hin zum Digitalen beschäftigen (müssen). In wachsendem Maße stehen alle Museen, deren Ausstellungsobjekte und Expertise das spätere 20. Jahrhundert umfassen, den Schwierigkeiten der Vermittlung von Digitalgeschichte gegenüber. Es stellt sich ganz konkret die Frage wie im musealen Kontext mit Software, für sich stehend oder als Teil eines physischen Objektes, umgegangen werden kann. Dabei soll es nicht um die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Museum gehen, weder um die digitale Repräsentation musealer Objekte, noch das Einbringen digitaler Medien in Ausstellungen. Diese Themen wurden im musealen Diskurs schon vielfach behandelt. Wir fragen: Wie lässt sich das Unsichtbare sichtbar machen?

Eine Herausforderung, die sich hier zeigt, ist die Trennung von Hard- und Software, die ein Spannungsverhältnis von Materialität und Immaterialität erzeugt. Damit entstehen neue Anforderungen an Sammlung, Restaurierung und Inbetriebnahme. Sollen digitale Systeme – soll Software – nicht lediglich ausgestellt, sondern ihre historischen Narrative und Deutungsangebote herausgestellt werden, so sind zusätzlich Strategien zu finden, die einen Zugang zum jeweiligen Kontext des Objektes ermöglichen. Sowenig sich jedoch bei dem Anblick von Digitaltechnik ihre jeweilige Anwendung erschließt, so schwierig gestaltet sich gleichsam die Durchdringung ihrer Funktionsweise. Diese entzieht sich durch die Immaterialität der Software zunehmend dem unmittelbaren menschlichen Erkenntnisvermögen. Die Digitaltechnik und die damit ausgerüsteten Maschinen und Apparate wie Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik, Fertigungsanlagen und Verkehrsmittel entsprechen „Black Boxes“ – ihre Funktionsweise bleibt hinter der Oberfläche der Geräte verborgen. Diese Problematik zeigt sich besonders im Kontext der Anwendungen der Künstlichen Intelligenz, in der die Software die wesentliche Neuerung ist und soziokulturelle Wirkung entfaltet.

Auf der Suche nach neuen Evidenzstrategien, die Rückschlüsse auf Innovationsprozesse und Wissensproduktion zulassen, laden wir Wissenschaftler*innen, Restaurator*innen, Kurator*innen, Gestalter*innen und Museumspädagog*innen zu den oben genannten Themen der musealen Behandlung des Digitalen ein. Den Schwierigkeiten des Sammelns und Vermittelns von Digitalem sollen erste Lösungsansätze aus der Praxis gegenübergestellt werden.

Da diese Fragen auch an konkreten Ausstellungsobjekten im Deutschen Museum Bonn (Mission KI) diskutiert werden sollen, planen wir die Tagung als Präsenzveranstaltung durchzuführen. Sollte die COVID-19-Pandemie dies nicht zulassen, würde die Tagung verschoben. Alle Teilnehmenden und Interessierten werden im Voraus über die Planung informiert.

Das Tagungsprogramm finden Sie hier

Anmeldung

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei. Die Veranstaltung ist aus organisatorischen Gründe auf 40 Teilnehmende beschränkt.

Hier geht’s zur Anmeldung
 

Ort der Tagung

Die Tagung findet am Deutschen Museum Bonn statt.

Anfahrt
 

Forschungsverbund Leibniz "Wert der Vergangenheit"

Die Tagung findet im Rahmen des Forschungsverbunds Wert der Vergangenheit der Leibniz Gemeinschaft statt.

Organisation: IGGI-Projekt-Team und Deutsches Museum Bonn

Das Organisationsteam ist unter folgender Mail-Adresse zu erreichen: tagung@deutsches-museum-bonn.de

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