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Was?
Quantendots sind winzige Halbleiter-Nanopartikel – nur wenige Nanometer groß, also tausendmal kleiner als ein rotes Blutkörperchen. In diesen Partikeln sind Elektronen regelrecht „eingesperrt" und können sich nicht frei bewegen. Dadurch nehmen sie nur bestimmte Energiezustände ein – ähnlich wie eine Gitarrensaite, die nur bestimmte Töne erzeugen kann. Diese Quantisierung der Energie macht Quantendots zu präzise steuerbaren Lichtquellen: Je nach Größe leuchten sie in unterschiedlichen Farben. Vom Display über die Medizin bis zum Quantencomputer eröffnen sie vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.

Wofür?
Quantendots sind bereits im Alltag angekommen: In QLED-Fernsehern sorgen sie für besonders reine Farben bei niedrigem Energieverbrauch. In anderen Bereichen wird ihr Einsatz noch erforscht. In der Medizin beispielsweise sollen sie als leuchtende Marker eingesetzt werden, um Zellen oder Moleküle sichtbar zu machen – präziser als herkömmliche Farbstoffe. Auch in der Solarenergie könnten sie künftig eine Rolle spielen, indem sie Sonnenlicht effizienter in Strom umwandeln. Darüber hinaus erforschen Wissenschaftler, ob sich einzelne Elektronen in Quantendots als Qubits nutzen lassen – die Bausteine künftiger Quantencomputer.

Wie?
Das Geheimnis der Quantendots liegt in ihrer winzigen Größe: Zwischen 2 und 10 Nanometer klein, zwingen sie Elektronen in einen eng begrenzten Raum. Dort gelten die Gesetze der Quantenmechanik – die Elektronen können nur bestimmte, genau definierte Energiezustände einnehmen. Wird ein Quantendot mit Licht angeregt, springt ein Elektron auf ein höheres Energieniveau. Beim Zurückfallen gibt es die Energie als Licht einer bestimmten Farbe wieder ab. Größere Quantendots leuchten rot, kleinere blau. In Displays werden zwei Größen eingesetzt, die besonders intensives Rot und Grün liefern. Alle anderen Farben entstehen durch Mischung dieser Grundfarben und einer blauen
Hintergrundbeleuchtung. Für Quantencomputer ist eine andere Eigenschaft entscheidend: Der Spin einzelner Elektronen in Quantendots kann als Qubit dienen und quantenmechanische Zustände speichern.

Ausblick:
Quantendots befinden sich je nach Anwendung in unterschiedlichen Entwicklungsstadien: In Displays sind sie als QLEDs bereits etabliert, in Solarzellen und der Biomedizin werden sie intensiv erforscht, als Qubits stehen sie noch am Anfang. Für den medizinischen Einsatz muss vor allem die Biokompatibilität sichergestellt werden – einige Quantendots enthalten toxische Schwermetalle wie Cadmium. Neue Materialien auf Basis von Indiumphosphid oder Kohlenstoff sollen dieses Problem lösen. Bei QD-Qubits liegt die Herausforderung in der Stabilität der Quantenzustände und der präzisen Kontrolle einzelner Elektronen. Die Bandbreite der Anwendungen zeigt: Vom Fernseher im Wohnzimmer bis zum Quantencomputer im Labor – Quantendots verbinden etablierte Technologie mit den Möglichkeiten der Quantenphysik von morgen.

Diese Inhalte stammen aus den "Technologie-Steckbriefen", die das Fraunhofer ISI in Modul 1entwickelt hat.