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Was?
Quantenakkus sind ein innovatives Konzept für Energiespeicher, das auf der Quantenmechanik basiert. Statt Energie in chemischen Reaktionen zu speichern wie herkömmliche Akkus, nutzen sie zur Speicherung die Anregungszustände von Atomen oder Molekülen. Die Entwicklung ist noch am Anfang, doch die Technologie verspricht etwas ganz Besonderes: Durch einen Effekt namens Superabsorption können größere Quantenakkus theoretisch schneller laden als kleinere – und zwar nicht nur pro Speichereinheit, sondern insgesamt. Ein großer Quantenakku wäre also schneller geladen als ein kleiner. Bei herkömmlichen Akkus ist es genau umgekehrt: Mehr Kapazität bedeutet längere Ladezeit. Diese ungewöhnliche Eigenschaft könnte Ladevorgänge grundlegend verändern.

Wofür?
Die Aussicht auf extrem schnelle Ladevorgänge macht Quantenakkus für viele Bereiche interessant – insbesondere dort, wo große Akkukapazitäten nötig sind und lange Ladezeiten ein Hindernis darstellen: Elektrofahrzeuge könnten in Minuten statt Stunden geladen werden, Lieferdrohnen schneller wieder einsatzbereit sein. Unabhängig von einer breiten Anwendung in ferner Zukunft könnten Quantenakkus aber auch bei der Entwicklung anderer Quantentechnologien eine Rolle spielen – etwa als integrierte Energiequellen in Quantenprozessoren, wo sie helfen könnten, Qubit-Operationen energieeffizient anzutreiben und somit Skalierungshürden zu überwinden.

Wie?
Das entscheidende Prinzip der Funktionsweise von Quantenakkus liegt im kollektiven Verhalten der Quantenteilchen. Wenn viele Quantensysteme – etwa Moleküle – miteinander gekoppelt sind, können sie
sich in gemeinsame Quantenzustände versetzen und Energie nicht einzeln, sondern abgestimmt aufnehmen. Dabei spielen quantenmechanische Effekte wie Überlagerung und Verschränkung eine wichtige Rolle. Man kann es sich wie ein Orchester vorstellen: Die Musiker:innen spielen nicht für sich alleine, sondern stimmen sich aufeinander ab und erreichen gemeinsam etwas, das niemand alleine könnte. Bei Quantenakkus sorgt diese Abstimmung – die Superabsorption – dafür, dass die Energieaufnahme mit wachsender Teilchenzahl immer schneller wird.

Ausblick:
Quantenakkus befinden sich noch im Stadium der Grundlagenforschung, doch erste Experimente konnten das Prinzip der Superabsorption, das lange nur in der Theorie funktionierte, bereits im Labor nachweisen – ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Anwendung. Um das Potenzial voll auszuschöpfen, müssen die empfindlichen Quantenzustände länger stabil gehalten und das Prinzip auf größere Systeme übertragen werden. Die technischen Herausforderungen sind erheblich, gelingen jedoch weitere Durchbrüche, könnten Quantenakkus in Zukunft einen völlig neuen Ansatz für die Energiespeicherung eröffnen.

Diese Inhalte stammen aus den "Technologie-Steckbriefen", die das Fraunhofer ISI in Modul 1entwickelt hat.