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Veranstaltet durch das Fachgebiet Technikgeschichte der TU München und das Forschungsinstitut des Deutschen Museums

Die Vortragsreihe wird während des Semesters immer Montags vom einen oder anderen Institut organisiert. Interessierte sind zu allen Sitzungen eingeladen.

Veranstalter: Fachgebiet Technikgeschichte der TU München und Forschungsinstitut des Deutschen Museums

Kontakte:  PD Dr. Ulf Hashagen, PD Dr. Rudolf Seising und Prof. Dr. Tamar Novick

Termin: In der Vorlesungszeit am Montag von 16.00 bis 18.00 Uhr s.t.

Ort: Im Seminarraum Forschung I

Anmeldung erforderlich unter 089-2179 -280/275 oder unter a.walther@deutsches-museum.de

Vorträge im Wintersemester 2026/27

Ulf Hashagen und Rudolf Seising: Oberseminar „Neuere Forschungen 
zur Wissenschafts- und Technikgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts“ (Deutsches Museum/LMU) 
Tamar Novick: Oberseminar Technikgeschichte (TUM)

Zur Übersicht über die Vorträge

26.10.2026     
Sina Brückner-Amin (Deutsches Museum)    
Programmierte Radikalität: UC Irvine, die „Farm“ und die Suche nach institutionalisierter Dissidenz


09.11.2026    
Susanne Roßbach (MPI für Ausländisches und Internationales Privatrecht)    
Reproduction After Death: Legal Questions of Post-Mortem Reproduction


23.11.2026    
Timo Leimbach (Universität Aarhus)    
Die unbekannte Seite eines deutschen Computerpioniers: Konrad Zuse als Unternehmer im NS-Staat und in der frühen Bundesrepublik 


07.12.2026    
Tamara Mercante Thierauf (University Alliance Ruhr)    
Tracing Sweaty Emotions: The Psycho-Galvanometer, Film, and the Desire for Emotional Decipherability 

21.12.2026    
Roman Köster (UniBw München)    
Lumpen. Eine Wissens- und Wirtschaftsgeschichte der Altstoffwirtschaft in der Hochindustrialisierung


18.01.2027    
Malte Henes (Deutsches Museum)    
Wie man ein Ion fängt. Die Entwicklung zwischen Verständnis und Kontrolle über Quantensysteme


15.02.2027    
Julia Blömer (Universität Flensburg)    
Zeit für Tropfen. Brownsche Bewegung und Millikans Öltröpfchenapparat im frühen 20. Jahrhundert
Abstract:
Die Experimente mit dem Öltröpfchenapparat zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelten in der Geschichte der Physik als Paradebeispiel für die präzise Bestimmung einer Naturkonstanten – der Elementarladung. Der Physiker Robert A. Millikan (1868–1953) wurde unter anderem hierfür 1923 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Die historischen Quellen zeichnen jedoch ein weitaus komplexeres Bild. Millikans Doktorand Harvey Fletcher führte nicht nur gemeinsam mit ihm die Messungen durch, sondern nutzte denselben Apparat auch, um ein anderes physikalisches Phänomen – die Brownsche Bewegung – zu untersuchen und eine weitere Konstante, die Avogadro-Zahl, zu bestimmen. Während diese thermische Bewegung der Teilchen – sichtbar als Zitterbewegung – bei der Bestimmung der Elementarladung als Störgröße galt, war sie zentrale Messgröße für die Bestimmung der Avogadro-Konstanten. Mit welchen Mechanismen sorgen Forscher dafür, dass ein Experiment über verschiedene Forschungsfragen hinweg stabil bleibt?

Dr. Julia Bloemer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Europa-Universität Flensburg. Sie forscht zur experimentellen Praxis sowie zum Verhältnis von Wissenschaft und Religion in der Geschichte der Physik. Die Einbindung wissenschaftlicher Instrumente in die physikhistorische Forschung ist ihr dabei ein besonderes Anliegen. Zu ihren aktuellen Fallstudien gehören die Elektrizitätsforschung des 18. Jahrhunderts und Experimente mit dem Öltröpfchenapparat zu Beginn des 20. Jahrhunderts.