Direkt zum Seiteninhalt springen

Luftfahrtpioniere bauten kühne Flugapparate, Ballone wagten sich in unbekannte Höhen. Die Begeisterung für Motorflugzeuge und Luftschiffe war enorm – genau wie ihr militärisches Potenzial.

Wie begann die Historische Luftfahrt?

Als der Mensch anfing, von der Natur zu lernen, bauten Luftfahrtpioniere kühne Flugapparate: Mit Heißluftballonen wagten sich die Menschen seit Ende des 18. Jahrhunderts in unbekannte Höhen. 100 Jahre später gelang es Otto Lilienthal mit seinen Segelapparaten, wie ein Vogel zu gleiten. Er entdeckte das Geheimnis des Auftriebs, das die Gebrüder Wright wenige Jahre später in den USA durch einen Motor als Antrieb und Flugsteuerung ergänzten. Durch sie und dank vieler weiterer Ingenieure und Techniker wuchs die Begeisterung für Flugzeuge und Luftschiffe weltweit bis zum Ersten Weltkrieg – genau wie ihr militärisches Zerstörungspotenzial.

12 Sekundendauerte der Erstflug der Brüder Wright am 17. Dezember 1903 in Kitty Hawk.

37 Meterlegte Orville Wright dabei mit dem Wright Flyer zurück.

3Tiere starteten am 19. September 1783 als erste Passagiere in einem Ballon: Hammel, Ente und Hahn.

Themen der Ausstellung

Flug in der Natur

Anhand von Präparaten und Versteinerungsabdrücken gleitfähiger Pflanzensamen, Insekten, Flugsaurier und Vögel wird die Vielfalt des Fluges in der Natur dargestellt. Eine Videostation zeigt Kurzfilme zu den Flugarten in der Tier- und Pflanzenwelt sowie einen Film über Muskelkraftflug durch den Menschen. Die Filme geben anschaulich erste Erläuterungen zu Auftrieb und Strömungsverhalten und verdeutlichen – bei aller grundsätzlichen Ähnlichkeit – die Unterschiede zwischen den Wegen der Natur und der Technik. Das erste erfolgreiche Muskelkraftflugzeug in Deutschland, Musculair I von Günter Rochelt, rundet dieses Thema ab.

Ballone

Den ersten Aufstieg in den Luftraum schaffte der Mensch mit einem Prinzip, das sich vom Fliegen in der Natur grundlegend unterscheidet: mit einem Ballon. Ein Diorama führt diese erste „Luftreise“ von 1783 in der Ausstellung vor Augen. Für den nötigen Auftrieb war der Ballon mit heißer Luft gefüllt. Weitaus explosiver war Wasserstoff, der später als Traggas für Ballone eingeführt wurde.

Ballone erregten großes Aufsehen und wurden am Vorabend der Französischen Revolution als Symbol der Aufklärung, des geistigen und gesellschaftlichen Aufbruchs in eine neue Zeit begriffen.

Luftschiffe

Seine technische Fortentwicklung fand der Ballon in den Luftschiffen. Sie wurden um 1900 möglich, weil leichte und schnell laufende Ottomotoren als Antrieb zur Verfügung standen. In Deutschland und weltweit wurden besonders die Luftschiffe des Grafen Zeppelin populär. Ein „Zeppelin“ – wie der LZ 127 – besaß ein starres Metallgerüst, das mit silberfarbenem Stoff umkleidet war. Im Inneren des Luftschiffes waren die Traggas-Zellen angebracht. Seine eigentliche Bedeutung erlangte das Luftschiff als Fernverkehrsmittel der Oberschicht. In den 1930er-Jahren konnte mit Zeppelin-Luftschiffen ein regelmäßiger Luftverkehr über den Atlantik aufgenommen werden. Die Ankunft in New York stellte ein wahres Medienereignis dar.

Anfänge der Luftfahrt

Nachdem Otto Lilienthal seit den 1860er-Jahren den Vogelflug studiert hatte, gelangen ihm ab 1891 erstmals erfolgreiche Gleitflüge. Lilienthal legte den Grundstein für die wissenschaftliche Erforschung und Entwicklung der Flugtechnik. Ausschlaggebend war seine Erkenntnis von 1874: Entscheidend war die Wölbung eines Flügelprofils. Auf diesen und weiteren Ergebnissen bauten die Brüder Wright in den USA. Sie schufen die Voraussetzung für eine aerodynamische Steuerung ihres motorgetriebenen Flyers, mit dem ihnen 1903 ihr erster Flug gelang. Bereits 1908 erregten die Wrights auf Demonstrationsflügen in Europa internationales Aufsehen. Schnell weckten sie damit auch das Interesse der Militärs. So zerstörerisch der 1914 beginnende Erste Weltkrieg war – er diente der Luftfahrt als Fortschrittsmotor, führte zu einer nie für möglich gehaltenen Typenvielfalt und Leistungssteigerung, die wenige Jahre später kaum mehr aus der Kriegsführung wegzudenken waren.

„Wenn du das Fliegen einmal erlebt hast, wirst du für immer auf Erden wandeln, mit deinen Augen himmelwärts gerichtet. Denn dort bist du gewesen und dort wird es dich immer wieder hinziehen.“
Leonardo da Vinci, um 1500

Angebote zum Thema Historische Luftfahrt

Für Schulklassen

Angebote und Material für Lehrkräfte und Schulklassen

Programm

Das können Gruppen buchen

Angebote für Familien und Gruppen

Für Gruppen

Wissen erleben: Live

Führung durch die Ausstellung Historische Luftfahrt, ohne Anmeldung.

Tagesaktuelles Programm

Fragen zur Technik

Gustav Weißkopfs Flugapparat Nr.21

Rundgang durch die Historische Luftfahrt

Volker Füßmann aus dem Ausstellungsdienst führt durch die Historische Luftfahrt und präsentiert Highlights der Ausstellung.

Nicht nur für Kinder

Kurator Andreas Hempfer zeigt euch das Luftschiff Graf Zeppelin in der Ausstellung Historische Luftfahrt. Im Kinderbuch „Stoffel fliegt übers Meer“ (1932) erlebt ein kleiner Junge Abenteuer als blinder Passagier in einem Zeppelin. Was hat das nun mit den Luftfahrtobjekten des Deutschen Museums zu tun? Seht selbst! (Dauer 4 Minuten)

Online-Ausstellung

Wright Standardtyp A, 1909.

Daten

  • 942 qm Ausstellungsfläche
  • Die Ausstellung befindet sich auf Ebene 1.

Mehr Luftfahrt

Rendering einer Raumansicht der Modernen Luftfahrt.
Visualisierung der neuen Ausstellung Historische Luftfahrt.

Sie haben Fragen?

Das könnte Sie auch interessieren

Schifffahrt

Brücke zwischen den Kontinenten: Über die Schifffahrt haben sich die Völker die Erde erschlossen. Sie hat Kommunikation und Handel, aber auch Kriege zwischen den Erdteilen gefördert. In der Ausstellung Schifffahrt entdecken Sie die Entwicklung der Schiffe.

Vorfuehrung Starkstrom mit Blitzentladung.

Starkstromtechnik

Erleben Sie die beliebteste Vorführung im Deutschen Museum: die Hochspannungsanlage. Dreimal täglich blitzt und kracht es hier – und Sie sehen den berühmten Faraday’schen Käfig in Aktion.

Ausstellung Kraftmaschinen.

Kraftmaschinen

In dieser Ausstellung fühlt man sich in eine alte Maschinenhalle versetzt: Wasserräder drehen sich und viele der Dampfmaschinen, die wie Kunstwerke aussehen, lassen sich noch in Bewegung setzen.

Ansicht Taucheranzug in der Ausstellung Meeresforschung.

Meeresforschung

Gleich am Eingang der Ausstellung begrüßt Sie das Forschungstauchboot „Geo“, mit dem zum ersten Mal ein Quastenflosser lebend gesichtet wurde. Erhalten Sie faszinierede Einblicke in die Unterwasserwelt und in die Geschichte des Tauchens.