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Die Stadt der Zukunft wird cool und intelligent: fliegende Autos, smarte Häuser, architektonische Wunder in den Wolken und unter Wasser.

Dennoch bleibt die Lösung unserer Verkehrs- und Umweltprobleme komplex.
Wie kann eine Stadt noch lebenswert sein, wenn 20 oder sogar 40 Millionen Menschen in ihr leben? Zahlreiche Exponate befassen sich mit nachhaltigem und ressourcenschonendem Bauen und geben einen Einblick in zukunftsweisende Wohnkonzepte.
Das Kernstück einer Stadt ist ihre Infrastruktur: Kommunikations-, Transport- und Versorgungssysteme spannen ein unsichtbares Netz im Untergrund.
Dieses Netz wird in der Ausstellung nicht nur sichtbar gemacht, sondern wagt auch einen Ausblick in die Zukunft. Prototypen wie das Lasten-E-Bike “City Q” oder der Fahrsimulator lassen erahnen, wie die Verkehrslösungen der Zukunft aussehen könnten.

System Stadt – Wie wir in Zukunft leben wollen

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt heute in Städten. Bis 2050 könnten es rund 80 Prozent sein – viele davon in Megacities mit über zehn Millionen Einwohnern. Städte wachsen, verdichten sich und wandeln sich rasant. Doch wie beeinflusst das unser tägliches Leben?

Im Ausstellungsbereich „System Stadt“ wird die Stadt als komplexes System erfahrbar. Dieses System besteht aus vielen miteinander verbundenen Teilen: Wohnraum, Energieversorgung, Verkehr, Wasser, digitale Netze und soziale Räume. Verändert sich ein Element, hat das Folgen für alle anderen.

Wie viel Platz braucht der Mensch zum Wohnen? Wie nutzen wir Energie gerecht? Wer darf den öffentlichen Raum beanspruchen? Und wie sichern wir die Lebensqualität in immer dichter werdenden Städten? Die Ausstellung zeigt: Die Stadt der Zukunft ist nicht nur eine technische Herausforderung. Sie ist eine gesellschaftliche Aufgabe.

Stadtplanung bedeutet immer Entscheidungen

Wer bekommt den Raum – Autos oder Menschen? Wer nutzt Energie, Mobilität und Infrastruktur? Wie fair teilen wir den Platz? Und wie stark wollen wir uns auf Strom, digitale Netze und KI-Systeme verlassen?

Techniken wie autonomes Fahren, Wasserstoff oder intelligente Stromnetze sollen das Leben in der Stadt effizienter machen. Doch sie bringen Fragen nach Verantwortung, Kosten und sozialer Gerechtigkeit mit sich.

System Stadt macht deutlich: Technik allein schafft keine gerechte Stadt. Es kommt darauf an, wie wir sie einsetzen und wer mitentscheiden darf.

Die Stadt der Zukunft erleben

Wie verändert sich eine Stadt, wenn der Strom 1000 Tage ausfällt? Wie klingt der öffentliche Raum? Und was passiert, wenn wir eine Stadt komplett neu planen dürfen?

Der Ausstellungsbereich verbindet Modelle, reale Bauprojekte, interaktive Spiele und visionäre Mobilitätsideen. Besucherinnen und Besucher bauen, hören, entscheiden und erleben, wie eng Architektur, Infrastruktur und Mobilität zusammenhängen.

Ein Modell zeigt Deutschlands erstes 3D-gedrucktes Wohnhaus. Das 145 m² große Haus entstand in wenigen Wochen. 3D-Druck spart Material und Arbeit, ist derzeit aber noch etwas teurer als herkömmliches Bauen. Weltweit wird die Technik bereits genutzt, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Künftig könnte der 3D-Druck schneller, günstiger und nachhaltiger bauen – Gebäude könnten individueller gestaltet und direkt vor Ort gedruckt werden.

Weitere Modelle veranschaulichen emissionsfreie Gebäude mit intelligenter Licht- und Temperaturregulierung sowie bionische Bauweisen wie den „Elytra-Pavillon“, dessen Struktur vom Flügel des Kartoffelkäfers inspiriert ist.

Historische Stadtutopien zeigen: Die Idee einer besseren Stadt ist nicht neu. Sie begleitet uns seit Jahrhunderten, doch jede Generation muss sie neu denken.

Die Station „Welt ohne Elektrizität“ zeigt in drei fiktiven Szenarien, was geschieht, wenn der Strom 1000 Tage ausbleibt. Heizung fällt aus, Kommunikation stockt, Logistik und Mobilität kommen zum Erliegen. Die Installation verdeutlicht unsere Abhängigkeit eindringlich.

An einer weiteren Station wird erklärt, wie grüner Wasserstoff durch Elektrolyse aus erneuerbaren Energien entsteht, gespeichert und genutzt werden kann. Grafiken zeigen geeignete Standorte für Wind- und Solarenergie.

Die Station „Megastädte im Wandel“ verdeutlicht, wie sich das Zentrum großer Städte im Laufe der Geschichte von Europa in andere Weltregionen verschoben hat – und dass Megacities weiter wachsen werden.

Wie bewegen wir Menschen und Güter in der Stadt der Zukunft?

CargoCap bietet eine alternative Lösung für den städtischen Güterverkehr: ein autonomes Transportsystem, das Pakete unterirdisch vom Stadtrand zu Logistikzentren bringt. Seit über 20 Jahren wird daran geforscht, doch bisher blieb die Umsetzung aus – vor allem, weil dafür eine eigene unterirdische Infrastruktur nötig wäre. Die Idee zeigt, wie stark neue Mobilität von Technik, Kosten und politischem Willen abhängt.

Auch im Personenverkehr stehen neue Konzepte zur Debatte. Das „CityQ“, ein überdachtes E-Bike mit viel Stauraum, darf autofreie Zonen befahren und erfordert keinen Führerschein. Es verspricht Komfort und Nachhaltigkeit zugleich. Doch bleibt die Frage: Ist es eine echte Alternative zum Auto – oder eher ein „SUV unter den Fahrrädern“?

Zwischen technischer Entwicklung und Zukunftsvision bewegt sich das „Hoverboard“, bekannt aus dem Film „Zurück in die Zukunft II“. Die Filmszene, in der es schwebt, macht die Idee greifbar und zeigt, wie stark Popkultur unsere Erwartungen an die Zukunft prägt.

Wie weit wir heute sind, zeigt die Station „Autonome Fahrt“. Hier können Besuchende selbst fahren und erleben, wie viel Training KI-Systeme benötigen, um im Straßenverkehr gut zu reagieren. Ein begleitender Film beleuchtet Chancen, Risiken und die Frage nach Verantwortung im automatisierten Verkehr.

Im Bereich „Dein Zukunfts-Mobil“ werden die Besuchenden selbst zu Gestaltenden. Inspiriert von Prototypen, Science-Fiction und visionären Konzepten entwerfen sie eigene Fortbewegungsmittel. So wird klar: Die Stadt der Zukunft ist kein fertiger Plan. Sie entsteht aus Ideen, Debatten und Entscheidungen.

Stadt gestalten – selbst aktiv werden

Im Spiel „Baue deine Stadt!“ planen Besuchende eine nachhaltige Stadt für 500.000 Einwohner. Infrastruktur, Elektrizität, Mobilität und Freizeitangebote müssen berücksichtigt werden. Ziel ist es, die Zufriedenheit der Bewohner zu steigern. Doch ein perfektes Modell gibt es nicht. Jede Entscheidung ist ein Kompromiss.

Die Station „Wie klingt deine Stadt der Zukunft?“ macht hörbar, wie Geräusche die Atmosphäre öffentlicher Räume prägen. Klangdesign beeinflusst unbewusst unsere Stimmung und auch, ob ein Ort als lebendig oder belastend wahrgenommen wird.

Gemeinsame Verantwortung

System Stadt zeigt: Eine ideale Stadt existiert nicht. Jede Lösung bringt neue Fragen mit sich. Technik kann helfen, doch ersetzt sie keine gesellschaftliche Debatte. Die Ausstellung lädt dazu ein, den eigenen Alltag neu zu betrachten: Wie wohnen wir? Wie bewegen wir uns? Wie nutzen wir Energie?

Die Stadt der Zukunft entsteht nicht von allein. Sie entsteht durch Entscheidungen. Und wir alle sind Teil dieses Systems.

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