
Bild: Ludwig Olah | Ludwig Olah
Im Überblick
Ausstellungen im Deutschen Museum Nürnberg
Wie entwickelt sich Technik weiter und welche Herausforderungen stellen sich an die Gesellschaft? Entdecken Sie fünf Themenbereiche auf drei Ebenen.
Ausstellungsthemen
Video in Gebärdensprache
Sehen oder hören Sie in diesem Video alles Wissenswerte in Kürze. Untertitel zum Audio sind verfügbar und können zugeschaltet werden.
Einblicke
Unsere Welt von morgen: Erleben, verstehen, mitdenken
Im Deutschen Museum Nürnberg wird Zukunft greifbar. Das Zukunftsmuseum zeigt Entwicklungen, die unser Leben heute bestimmen und morgen noch stärker verändern könnten. Fünf große Themenbereiche führen durch die entscheidenden Fragen unserer Zeit: die natürlichen Grundlagen des Planeten, die Stadt von morgen, den Weltraum, den menschlichen Körper und die digitale Arbeitswelt.
- „Arbeit & Alltag“ zeigt, wie Künstliche Intelligenz und Robotik unseren Alltag prägen. Der humanoide Roboter AMECA spricht und reagiert mit Mimik auf sein Gegenüber. Eine Therapierobbe verdeutlicht, wie Maschinen emotionale Bindungen schaffen. Ein Quantencomputer markiert den Aufbruch in eine neue Ära der Rechenleistung. Interaktive Stationen veranschaulichen, wie neuronale Netze lernen, Algorithmen Entscheidungen treffen und wo ihre Grenzen liegen.
- In „Körper und Geist“ wird Technik persönlich. Ein Biodrucker steht für die Vision, eines Tages Organe individuell herzustellen. Die Methode CRISPR/Cas zeigt, wie gezielt DNA verändert werden kann. „Cinematic Rendering“ stellt medizinische Bilddaten so realistisch dar, dass Strukturen im Körper plastisch sichtbar werden. An der Station „Love Bikes“ erfahren Besucher spielerisch, wie schnell Leistungsdaten zur Grundlage sozialer Bewertung werden. Implantate, Prothesen und digitale Gesundheitsdaten werfen die Frage auf, wo Heilen endet und Optimieren beginnt.
- „System Stadt“ fragt, wie wir künftig leben, wenn Städte wachsen, Rohstoffe und Energie knapper werden. Ein 3D-gedrucktes Wohnhaus zeigt neue Bauweisen. Die Installation „Welt ohne Elektrizität“ simuliert, was passiert, wenn der Strom lange ausfällt – mit Folgen für Heizung, Verkehr und Kommunikation. Mobilitätsideen wie CargoCap oder das mocci regen dazu an, Alternativen zum klassischen Autoverkehr zu überdenken. In interaktiven Simulationen planen Besucherinnen und Besucher ihre eigene Stadt und erleben, wie jede Entscheidung andere Bereiche beeinflusst.
- Im Bereich „System Erde“ wird klar, wie eng Klima, Energie, Rohstoffe und Ernährung zusammenhängen. Im Mittelpunkt steht ein drei Meter großer Globus, der die Folgen des Klimawandels sichtbar macht. Wolken ziehen über Kontinente, Städte leuchten, Meere erwärmen sich, Schadstoffe breiten sich aus. Satellitendaten und Modellrechnungen machen sichtbar, was sonst schwer vorstellbar ist. Ein wachsender Müllberg zeigt die gigantischen Abfallmengen, die weltweit entstehen. Modelle wie das Gezeitenkraftwerk O2 oder eine Spule aus dem Fusionsreaktor Wendelstein 7-AS verdeutlichen, an welchen Energieformen geforscht wird. Stationen zu Smart Farming, vertikaler Landwirtschaft und neuen Arten von Lebensmitteln zeigen, wie stark unsere Versorgung von Technik abhängt – und wie schwierig nachhaltige Lösungen sind.
- „Raum und Zeit“ öffnet den Blick ins All. Eine echte Foton-Kapsel, die die Erde umrundete, macht Raumfahrt greifbar. Ein Augmented-Reality-Weltraumteleskop zeigt, was um den Planeten kreist: aktive Satelliten, Raumstationen und Weltraumschrott. Mit wenigen Handbewegungen lassen sich Umlaufbahnen und Hintergrundinfos einblenden. Ein simuliertes Videotelefonat vom Mond verdeutlicht die spürbare Zeitverzögerung zwischen Erde und Mond. Modelle geplanter Raumstationen wie Orbital Reef, Entwürfe für eine Mondbasis am Südpol oder Ideen für eine Siedlung auf dem Mars zeigen, wie konkret viele Pläne bereits sind. Im Fallrohr über drei Etagen des Museums lassen sich Materialien im freien Fall untersuchen.
Alle Themen eint eine Kernbotschaft: Technik lässt sich gestalten. Sie eröffnet Chancen, fordert aber auch Verantwortung. Darf der Mensch das Klima beeinflussen? Wem gehören die Rohstoffe im All? Wie viel Datensammlung akzeptieren wir? Wie gerecht verteilen wir Energie, Raum und medizinische Versorgung? Das Zukunftsmuseum liefert keine einfachen Antworten, sondern lädt ein, eigene Standpunkte zu entwickeln.
Ein Besuch lohnt sich, weil Wissen hier erlebbar wird. Besucher erzeugen Energie, steuern einen Rover mit Zeitverzögerung, testen autonome Systeme oder stimmen über Zukunftsszenarien ab. Großprojektionen, Originalexponate, Simulationen und digitale Anwendungen verbinden sich. Ausstellungsstücke ergänzen digitale Medieninstallationen, die ein intensiveres Eintauchen bieten.
Das Deutsche Museum Nürnberg – Das Zukunftsmuseum ist damit kein klassisches Technikmuseum, sondern ein Ort zum Mitdenken und Mitgestalten. Wer verstehen möchte, wie unsere Welt sich verändert – und welche Rolle wir selbst dabei spielen –, findet hier einen lebendigen Erfahrungsraum, der neugierig macht und lange nachwirkt.




