Klassische Optik
Augen auf, anfassen und ausprobieren: An rund 20 Mitmachtischen und mit zahlreichen Knopfdruckexperimenten können Sie hier die Grundlagen und Anwendungen der Lehre vom Licht entdecken und erleben.
Ausstellung entdeckenEine künstlerische Intervention in der Schatzkammer optischer Instrumente der Ausstellung Klassische Optik – von Alex Trommler in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Museum – noch bis Ende September 2026.
Flussdichtenmagnetometer, Seriennummer AT604 Bild: Alex Trommler
Haben Sie es erkannt? Und wenn ja woran? Der Eindringling stellt sich vor als Flussdichtenmagnetometer, Seriennummer AT604. Seine äußere Erscheinung passt gut ins Bild der restlichen Exponate: „Brass and Glass“, Messing und Glas. Und auch seine Geschichte klingt plausibel: In den späten 1920er Jahren wurde es an einer renommierten Universität in Kalifornien genutzt, um Magnetfelder in einem Teilchenbeschleuniger, einem Zyklotron zu messen. Davon haben Sie vielleicht eben erst in der Abteilung Atomphysik gelesen.
Aber ist das Flussdichtenmagnetometer wirklich abwegiger als etwa der „verbesserte Vakuumspektrograph von Schumann“ (Nr. 08.08 / Inv.Nr. 67787)? Oder ein „lichtelektrisches Photometer nach Elster und Geitel“ (Nr. 05.03 / Inv.Nr 1984-73)?
In unserem Fall ist die Sache klar: Wir wissen, dass das Objekt nicht wirklich ein Flussdichtemagnetometer ist, weil hier ein ehrlicher Künstler und kein böswilliger Fälscher am Werk war. Wenn wir aber über die Echtheit entscheiden müssten, dann wird klar, dass auch ein physisches Objekt nicht viel aussagt, wenn wir es nur für sich allein betrachten. Erst durch die gemeinsame Betrachtung mit anderen bekannten Instrumenten, mit schriftlichen Quellen und Literatur können wir ein Urteil über seine Echtheit fällen. Und erst danach können wir beurteilen, ob die Geschichte stimmt, die es uns erzählen möchte.
Bild: Alex Trommler / Sabina Mujkanovic
Alex Trommler hat bildende Kunst in New York, Philadelphia, Illinois und München studiert. Seine Werke hat er darüber hinaus etwa in Prag, Chicago und Lybster in Schottland ausgestellt. In seiner Kunst erkundet Trommler die Möglichkeiten von Metallbearbeitung, Glasguss und Glasschliff. Seit 2010 führte ihn die Beschäftigung mit diesen Materialien zu technologisch anmutenden Formen. Zu fiktionalen Technologien werden sie durch die Einbettung der Objekte in plausibel konstruierte wissenschaftshistorische Zusammenhänge. Diese beruhen auf gründlichen Recherchen, etwa in Museumssammlungen. Sie zeigen deutlich Trommlers Faszination für die Vielfalt von Technologien im Verlauf der Geschichte. Die resultierenden Gesamtwerke aus Objekt und leicht ironischer Erzählung laden sowohl zu ästhetischen wie auch technologischen Gedanken ein.
Mehr über Alex Trommler erfahren Sie hier: https://alextrommler.com/
Viel Spaß beim Entdecken!