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Eine künstlerische Intervention in der Schatzkammer optischer Instrumente der Ausstellung Klassische Optik – von Alex Trommler in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Museum – noch bis Ende September 2026.

Haben Sie es erkannt? Und wenn ja woran? Der Eindringling stellt sich vor als Flussdichtenmagnetometer, Seriennummer AT604. Seine äußere Erscheinung passt gut ins Bild der restlichen Exponate: „Brass and Glass“, Messing und Glas. Und auch seine Geschichte klingt plausibel: In den späten 1920er Jahren wurde es an einer renommierten Universität in Kalifornien genutzt, um Magnetfelder in einem Teilchenbeschleuniger, einem Zyklotron zu messen. Davon haben Sie vielleicht eben erst in der Abteilung Atomphysik gelesen.

Aber ist das Flussdichtenmagnetometer wirklich abwegiger als etwa der „verbesserte Vakuumspektrograph von Schumann“ (Nr. 08.08 / Inv.Nr. 67787)? Oder ein „lichtelektrisches Photometer nach Elster und Geitel“ (Nr. 05.03 / Inv.Nr 1984-73)?

Ein paar Hinweise haben Sie vielleicht bemerkt: 

  1. Die Formen sind im Vergleich zu den restlichen Instrumenten ungewöhnlich: Der zentrale Glasblock in der Mitte wie auch die dreieckig angeordneten Spiegel sitzen rautenförmig auf ihren Halterungen. Normalerweise sind rechteckige Formen meist pragmatisch parallel zur Horizontalen und Vertikalen ausgerichtet. Und Halterungen greifen selten direkt an den Ecken und Kanten eines größeren Körpers an, sondern eher an den Flächen.
  2. Die drei Spiegel haben eine kleine Zeigernadel auf einer Linie. Soll diese einen Winkel anzeigen? Wo ist dann die passende Skala? Wenn hier Feineinstellungen vorgenommen werden sollen, warum dann nur lose mit der Hand und nicht mit Justierschrauben?
  3. Wo wird ein Messwert abgelesen, wo soll beobachtet werden? Es fehlen Skalen, Anzeigen oder Okulare zur Beobachtung. Andererseits: Vielleicht handelt es sich auch nur um ein Fragment, wie so oft bei historischen Gegenständen.
  4. Wenn das Gerät in den 30er, 40er, und 50er Jahren wirklich so beliebt war, warum ist dann nur dieses eine erhalten?

In unserem Fall ist die Sache klar: Wir wissen, dass das Objekt nicht wirklich ein Flussdichtemagnetometer ist, weil hier ein ehrlicher Künstler und kein böswilliger Fälscher am Werk war. Wenn wir aber über die Echtheit entscheiden müssten, dann wird klar, dass auch ein physisches Objekt nicht viel aussagt, wenn wir es nur für sich allein betrachten. Erst durch die gemeinsame Betrachtung mit anderen bekannten Instrumenten, mit schriftlichen Quellen und Literatur können wir ein Urteil über seine Echtheit fällen. Und erst danach können wir beurteilen, ob die Geschichte stimmt, die es uns erzählen möchte. 

Der Künstler 

Alex Trommler hat bildende Kunst in New York, Philadelphia, Illinois und München studiert. Seine Werke hat er darüber hinaus etwa in Prag, Chicago und Lybster in Schottland ausgestellt. In seiner Kunst erkundet Trommler die Möglichkeiten von Metallbearbeitung, Glasguss und Glasschliff. Seit 2010 führte ihn die Beschäftigung mit diesen Materialien zu technologisch anmutenden Formen. Zu fiktionalen Technologien werden sie durch die Einbettung der Objekte in plausibel konstruierte wissenschaftshistorische Zusammenhänge. Diese beruhen auf gründlichen Recherchen, etwa in Museumssammlungen. Sie zeigen deutlich Trommlers Faszination für die Vielfalt von Technologien im Verlauf der Geschichte. Die resultierenden Gesamtwerke aus Objekt und leicht ironischer Erzählung laden sowohl zu ästhetischen wie auch technologischen Gedanken ein.

Mehr über Alex Trommler erfahren Sie hier: https://alextrommler.com/ 

Künstlerische Intervention - auf einen Blick

  • Ein Kunstobjekt ist in der Schatzkammer-Vitrine als “Eindringling” platziert.
  • Die Aktion läuft noch bis Ende September 2026
  • Zu sehen in der Dauerausstellung “Klassische Optik” auf Ebene 1 im Deutschen Museum auf der Museumsinsel.
  • Die Schatzkammer-Vitrine ist am Beginn der Ausstellung.

Viel Spaß beim Entdecken!

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