Ikonen
Prismenspektralapparat, Inv.Nr. 4034 Bild: Konrad Rainer
Mit diesem Prismenspektralapparat zerlegte Fraunhofer das Sonnenlicht in sein Farbspektrum. Im kontinuierlichen Band der Farben machte er um 1814 eine folgenreiche Entdeckung: Dunkle Linien, die offenbar eine verborgene Eigenschaft des Sonnenlichts waren. Jahrzehnte später zeigte sich, dass sich aus diesen Linien ablesen lässt, aus welchen Stoffen die Sonne besteht. Unser gesamtes Wissen über den Aufbau der Sonne und anderer Sterne stammt aus diesen Linien.
Heute können wir in diesem Instrument auch das breite Spektrum von Fraunhofers Arbeit erkennen. Im Zentrum des Apparats steht ein Glasprisma, denn im Fokus von Fraunhofers Arbeit stand das Glas. Die dunklen Linien weckten zwar sein Interesse, aber seine Aufgabe im „optischen Institut“ in Benediktbeuern bestand in der Perfektionierung der Glasherstellung. So wurden die dunklen Linien für ihn ein nützliches Werkzeug um die Farbzerstreuung von unterschiedlichen Glassorten genau zu bestimmen. Mit diesem Wissen konnte er die Eigenschaften der Linsen für seine optischen Instrumente exakt berechnen
Der Apparat selbst ist ein umgebautes Vermessungsinstrument, ein Theodolit: Auch die Glasherstellung war kein Selbstzweck. Im frühen 19. Jahrhundert wurden in ganz Europa Herrschaftsgebiete und Grundstücke vermessen. Für diese Projekte und für den Aufbau von Vermessungsämtern wurden Messgeräte in hoher Qualität benötigt. Ein wichtiger Faktor: Die Qualität des Glases der Linsen in den Fernrohren.

