Vermessung
Gitter-Spektralapparat, Inv.Nr. 2070 Bild: Deutsches Museum
In diesem Spektralapparat wurde das Licht nicht mit einem Prisma, sondern mit einem sogenannten Beugungsgitter in seine Farbbestandteile zerlegt. Der Spektralapparat zeigt, wie im optischen Institut wissenschaftliche Instrumente weiterentwickelt wurden.
Die gesamte Konstruktion entspricht im Wesentlichen der eines Repetitionstheodoliten (Inv.Nr. 4598). Solche Instrumente wurden vom optischen Institut in großer Zahl hergestellt. An die Stelle des Beobachtungsfernrohrs wurde der Tisch für das Beugungsgitter gesetzt, das seinerseits mit einem Fernrohr beobachtet wurde. Anstatt wie bei der Landvermessung Winkel zwischen zwei Punkten in der Landschaft zu messen, ging es nun darum möglichst genau die Ablenkwinkel der einzelnen Farben zu bestimmen. Als Referenz dafür nutzte Fraunhofer die von ihm entdeckten dunklen Linien im Sonnenspektrum. Statt zur Landvermessung wurde das Instrument zur Vermessung des Lichts eingesetzt.
Dieses Vorgehen zeigt beispielhaft die zentrale Bedeutung des Instrumentenbaus für Fraunhofers wissenschaftliche Leistungen. Die immer genauere Untersuchung und die Weiterentwicklung von wissenschaftlichen Instrumenten bestimmten die Richtung der Arbeit. Erkenntnisse wie die Entdeckung der dunklen Linien im Spektrum, ergaben sich zunächst als Nebenprodukt, führten aber zu weiteren Entwicklungen und Forschungen.


