
Bild: Deutsches Museum
Naturwissenschaften
Foucault’sches Pendel – Die Erde dreht sich
Eine Bleikugel pendelt an einem langen Seil hin und her und stupst einen Kegel nach dem anderen auf dem Boden darunter um: Am Fuße des Museumsturm können Sie die Drehung der Erde sehen und hören.

Im Museumsturm schwingt eine etwa 30 Kilogramm schwere Bleikugel an einem rund 60 Meter langen Stahlseil. Bild: Deutsches Museum, München | Hubert Czech
Stillstand mit 1117 km/h
Wetterstation, Sendemast, Aussichtspunkt und Pendelheimat: Der Turm des Deutschen Museums ist viel mehr als das bauliche Wahrzeichen des Hauses. Der Eingang im Erdgeschoss befindet sich im Übergang zwischen den Ausstellungen Modellbahn und Brücken und Wasserbau. Hier kann man während der Öffnungszeiten des Museums ein Foucault’sches Pendel in Aktion erleben.
Zu sehen ist eine 30 kg schwere Bleikugel, die an einem 60 m langen Drahtseil langsam hin- und herschwingt. Unter der Kugel befindet sich eine kreisrunde Scheibe von 3 m Durchmesser, die die Himmelsrichtungen anzeigt und auf der im Halbrund mehr als 60 bewegliche Kegel platziert sind. Die Kugel pendelt immer in der gleichen Ebene. Trotzdem stupst sie nach jeweils einigen Minuten einen Kegel nach dem anderen um und beweist dadurch, dass sich die Erde – unter dem Pendel hinweg – dreht. Und das tut sie gar nicht so langsam: In unseren Breitengraden hat die Erdrotation eine Geschwindigkeit von rund 1117 km/h.
Links neben dem Pendel ist eine weitere, viel größere Kugel zu sehen: Mit diesem knapp 5800 kg schweren Bleiball bestimmte der Physiker Philipp von Jolly (1809–1884) die Dichte der Erde
Auf der kreisrunden Scheibe unter dem Pendel sind mehr als 60 bewegliche Kegel platziert. Bild: Deutsches Museum, München | Hubert Czech
Die Drehung der Erde
… mit allen Sinnen erleben! Beim Foucault’schen Pendel wird die Drehung der Erde nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar und ertastbar. Dafür wurden von dem Musikmechaniker Gerhard Kern ein Mechanismus zum Anschlagen einer Klangplatte entwickelt. In den Werkstätten des Deutschen Museums wurden Sensoren entwickelt, die registrieren, wenn ein Kegel umfällt. Der Klang entsteht also bei jedem Umfallen live. Zudem gibt es eine Tast-Demonstration - entwickelt in den museumseigenen Werkstätten.
Einblicke in die Ausstellung "Foucault’sches Pendel"
Kuratorinnenführung im Video
Das Foucault'sche Pendel
Seit 1925 wird im Deutschen Museum die Drehung der Erde sichtbar und sogar hörbar gemacht: Physik-Kuratorin Daniela Schneevoigt präsentiert das Foucault'sche Pendel im Turm des Deutschen Museums und berichtet Spannendes zur Ausstellung.
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Dr. Daniela Schneevoigt
Kuratorin
Abteilung Physik, Geophysik, Geodäsie, Maß und Gewicht
Fax +49 89 2179 99350
E-Mail d.schneevoigt@deutsches-museum.de
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Cornelia Schubert
Assistenz der Bereichsleitung, Hauptabteilungsleitungen und Kuratoren
Susanne Schmölz
Assistenz der Bereichsleitung, Hauptabteilungsleitungen und Kuratoren

