»Wer über mich – als Künstler, der allein beachtenswert ist – etwas wissen will, der soll meine Bilder aufmerksam betrachten und daraus zu erkennen suchen, was ich bin und was ich will.« – Das Zitat stammt von Gustav Klimt, dessen goldene Bilder weltberühmt sind. Im KI:Kabinett des Deutschen Museums Bonn betrachten wir drei Gemälde des Künstlers, die es nur noch in Schwarz-Weiß-Fotografien gibt, nachdem sie in den Wirren des 2. Weltkrieges verbrannt sind. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz, einem Informatiker und einem Kunsthistoriker konnten die Fakultätsbilder rekoloriert werden.
Wir betrachten zunächst die Schwarz-Weiß-Fassung und lassen unserer Phantasie freien Lauf. In welcher Farbe könnte die Sphinx geleuchtet haben? Welcher Ton könnte für die Mauern in der Jurisprudenz passen? Sah der Oktopus naturalistisch aus? Und in welchen Farbton hüllte Klimt den Schleier, der durch den Menschenstrom der Medizin schwebt?
Die Vertiefung findet im nächsten Bereich statt, wo die Bilder in ihrer ursprünglichen Farbgebung zu bewundern sind. Welche Details offenbaren sich hier dem Betrachtenden? Was haben wir uns vorher anders vorgestellt? Und wie passen die Zitate von Klimts Zeitgenossen dazu?
Der internationale »Slow Art Day« ist ein jährlich stattfindendes Event, das Menschen dazu anregt, Kunst in Museen und Galerien bewusst langsam und intensiv zu betrachten. Der Tag soll zeigen, dass jeder Kunst ohne Expertenwissen genießen und verstehen kann.
Eindrücke vom Slow Art Day 2025 im Deutschen Museum Bonn hier
Bild: Deutsches Museum