Direkt zum Seiteninhalt springen

In den vier atmosphärisch gestalteten Räumen des »KI:Kabinetts« behandeln Sonderausstellungen wechselnde Schwerpunktthemen aus dem Spannungsfeld zwischen Kunst und KI. Den Anfang macht ein beeindruckendes Zusammenspiel von künstlicher und menschlicher Intelligenz: der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Rekonstruktion der Farbgebung von drei verlorenen Gemälden des Malers Gustav Klimt.

Klimt – Kunst – KI

Gustav Klimt (14. Juli 1862 - 6. Februar 1918) war ein bedeutender österreichischer Maler und einer der umstrittensten, aber auch beliebtesten Künstler seiner Zeit. Neben seinem außergewöhnlichen zeichnerischen Talent bestach er unter anderem durch die Darstellung komplexer Bildinhalte. Er galt als für seine Zeit progressiv, weil er in der Sexualität den Frauen eine aktive Rolle zugestand.

Klimt erhielt 1894 den Auftrag, eine Decke der neu errichteten Wiener Universität mit drei Gemälden auszugestalten. Die großflächigen Werke sollten drei Fakultäten darstellen: die Philosophie, die Jurisprudenz und die Medizin. Wegen ihrer unkonventionellen Ausführung, vor allem aber wegen der freizügigen Darstellung nackter Haut, stießen die Bilder beim Auftraggeber aber auf Ablehnung und so gingen sie in den Besitz privater Sammler über.

Um sie vor der Zerstörung durch alliierte Bombenangriffe zu schützen, wurden die Bilder im Zweiten Weltkrieg gemeinsam mit vielen anderen Kunstgegenständen aus Wien in das niederösterreichische Schloss Immendorf ausgelagert – welches in den letzten Kriegstagen jedoch in Flammen aufging. Seitdem gelten Klimts Fakultätsbilder als verschollen. Wie die mehr als 4 Meter großen Gemälde einmal ausgesehen haben, zeigten nur noch Schwarz-Weiß-Fotografien und einige zeitgenössische Beschreibungen. Ihre Farbgebung blieb daher weitgehend rätselhaft.

Das Klimt-Farbenrätsel

Wie könnten die zerstörten Werke einmal ihrer ganzen farbenfrohen Pracht ausgesehen haben? Emil Wallner, KI-Forscher bei »Google Arts & Culture« hatte die Idee, die Farbgebung der Gemälde mittels maschinellen Lernens zu rekonstruieren. Doch alleine konnte Künstliche Intelligenz die Aufgabe nicht lösen. Erst zusammen mit dem Kunsthistoriker und Klimt-Experten Dr. Franz Smola vom Wiener »Belvedere« gelang das erstaunliche Kunststück, den Gemälden ihre Farben wiederzugeben.

Wie das Team dabei vorgegangen ist, welche Hindernisse es zu überwinden galt und welche Überraschungen zum Vorschein kamen, kann im »KI:Kabinett« interaktiv und multimedial erlebt werden. Die Kabinettausstellung »Klimt – KI – Kunst«, deren Inhalte größtenteils von »Google Arts & Culture« in Zusammenarbeit mit dem »Belvedere« in Wien erarbeitet wurden, stellt den Künstler Gustav Klimt, die Geschichte seiner Fakultätsbilder sowie den Rekonstruktionsprozess anschaulich und unterhaltsam dar. Kunsthistorische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich! 

Die Inhalte der Ausstellung wurden größtenteils von »Google Arts & Culture« in Zusammenarbeit mit dem »Belvedere« in Wien erarbeitet. 

Technische Ausstattung: Rheinsitemedia GmbH

Ein kreativer Workshop zur Ausstellung

Maskottchen Eule Pfiffikus der Bildung im Deutschen Museum Bonn für die Workshops Ganz schön bunt und Farbenfroh.