
Bild: Deutsches Museum | KI generiert
KI – Keine Männersache! | Frauen-Frühling
Das Deutsche Museum Bonn stellt das Thema »Frauen und KI« in diesem Frühjahr besonders in den Mittelpunkt.
Künstliche Intelligenz ist alles andere als neutral. Diskriminierende und sexistische Muster werden durch KI oft reproduziert oder sogar verstärkt – und das ist kein Zufall! Um auf dieses Problem und seine Folgen aufmerksam zu machen, stellt das Deutsche Museum Bonn das Thema »Frauen und KI« in diesem Frühjahr besonders in den Mittelpunkt.
Ein Beispiel, das jeden Menschen betrifft: Im medizinischen Bereich könnte Künstliche Intelligenz enorm zu einem besseren Gesundheitswesen beitragen. Tatsächlich profitiert aber vor allem eine Hälfte der Bevölkerung von Dingen wie einer verbesserten Diagnosegenauigkeit durch KI. Denn die Systeme werden mit den realen Daten aus vorhandenen medizinischen Studien trainiert – an denen vorwiegend Männer teilnahmen. Sind Daten von Frauen in den Trainingsdatensätzen schlicht nicht vorhanden, lernt auch die beste KI nicht, sie zu berücksichtigen.
Ob medizinische Diagnosetools, Gesichtserkennungssysteme oder generative KI: Die Algorithmen, die unser Weltbild immer mehr prägen, beruhen sehr oft auf einseitigen Daten. Und sieht man sich die Zusammensetzung der Tech-Industrie an, ist diese nach wie vor typischerweise weiß und männlich. Unter dem Motto »Frauen-Frühling« regt das Deutsche Museum Bonn – Forum für Künstliche Intelligenz jetzt verstärkt dazu an darüber nachzudenken, wie eine faire digitale Zukunft gestalten werden kann, in der Diskriminierung verhindert und Chancengleichheit gefördert wird.
Der Sonder-KI:ckstart »Error 404: Warum KI keine Männersache bleiben darf« zeigt anhand zahlreicher Beispiele, welche Folgen mangelnde weibliche Präsenz in der KI bereits heute hat. Der interaktive Rundgang durch das Museum, für den keine Voranmeldung erforderlich ist, deckt ein breites Spektrum ab: von der historischen Unsichtbarkeit forschender Frauen, die durch KI nun auch digital zu verschwinden drohen, über Deepfake-Technologien, die für bildbezogenen sexuellen Missbrauch genutzt werden können, bis hin zur mangelnden Repräsentanz von Frauen in großen Sprachmodellen und in der KI-Branche an sich.
»Error 404: Warum KI keine Männersache bleiben darf« ist ein offenes Format für Angehörige jedes Geschlechts und wird ab dem 8. März 2026 durchgehend während der regulären Öffnungszeiten angeboten.
Ergänzt wird der »Frauen-Frühling« durch das kinderfreundliche Angebot »Fantastische Forscherinnen« im Frühlings-KI:osk, bei dem Kinder und Familien mutige Pionierinnen kennenlernen, die mit Zahlen und Codes die Welt verändert haben. Darüber hinaus ist im Mai ein Vortrags-Event mit Toni Loh, Professor:in für Angewandte Ethik an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, geplant.