
Bild: Belvedere Vienna | Johannes Stoll
Hinter den Kulissen von »Klimt – KI – Kunst«
Vortrag von Dr. Franz Smola am 8. April 2026 über Gustav Klimts Fakultätsbilder und ihre Rekolorierung mit KI
Dr. Franz Smola (Belvedere Wien) über »Gustav Klimts Fakultätsbilder für die Universität Wien – Ihre Geschichte und ihre Rekolorierung mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz«
am Mittwoch, 8. April 2026 um 18:00 Uhr
im Deutschen Museum Bonn – Forum für Künstliche Intelligenz
Ahrstraße 45, 53175 Bonn
Die Geschichte Gustav Klimts sogenannter Fakultätsbilder, also jener Gemälde, die der Maler um das Jahr 1900 für den Festsaal der Universität Wien geschaffen hat, ist ebenso spektakulär wie tragisch. In Klimts Schaffen stellen diese Bilder Hauptwerke dar, aber sie bildeten auch den Anstoß für eine ungeheure Kontroverse, die den Meister zermürbte. An die Decke des Festsaals gelangten sie nie, und 1945 wurden alle drei Gemälde überdies ein Raub der Flammen. Und bedauerlicherweise wurden sie – abgesehen von einem einzigen Detail – nie in Farbe fotografiert, so dass ihr Aussehen bis heute lediglich in Schwarz-Weiß-Reproduktionen bekannt war.
Bis vor kurzem - denn mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz konnten die Farben zu neuem Leben erweckt werden. Dr. Franz Smola, Klimt-Experte am Belvedere Museum Wien, löste das Farbrätsel der verschollenen Gemälde gemeinsam mit einem Team von »Google Arts & Culture«. Sein Vortrag im Deutschen Museum Bonn bietet einen exklusiven Blick hinter die Kulissen dieses spannenden Projekts. Ausgehend vom Drama der Fakultätsbilder schildert er aus erster Hand, wie menschliche und künstliche Intelligenz bei der Rekolorierung der Bilder zusammengewirkt haben.
Der Vortrag »Klimt – KI – Kunst: Gustav Klimts Fakultätsbilder für die Universität Wien - Ihre Geschichte und ihre Rekolorierung mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz« ergänzt die Kabinettausstellung »Klimt – KI – Kunst« im neuen »KI:Kabinett« im Deutschen Museum Bonn, die den Künstler Gustav Klimt, die Geschichte seiner Fakultätsbilder sowie den Rekonstruktionsprozess anschaulich und unterhaltsam darstellt. Kunsthistorische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Der Eintritt ist frei. Wir bitten um Anmeldung unter info@deutsches-museum-bonn.de
Über den Referenten
Dr. Franz Smola ist seit 2017 Kurator für die Kunst des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts am Belvedere in Wien. Von 2009 bis 2017 war er als Sammlungskurator im Leopold Museum Wien tätig. Von 2013 bis 2015 übte er dort auch die Funktion des interimistischen Museologischen Direktors aus. Smola kuratiert und mit-kuratiert regelmäßig Ausstellungen mit Themenschwerpunkt internationale klassische Moderne, wie etwa »Alberto Giacometti. Pionier der Moderne«, Leopold Museum, Wien 2014/15 oder »Wolfgang Paalen. Der österreichische Surrealist in Paris und Mexiko«, Belvedere, Wien, 2019/20, sowie mit dem Themenschwerpunkt Wien um 1900. Zuletzt erarbeitete Smola die Schau »Klimt. La Secessione e l´Italia«, Museo di Roma, Rom, 2021/22, sowie »Gustav Klimt. Pigment & Pixel. Mit Technologie Kunst neu entdecken«, Belvedere, Wien, Februar bis September 2025.
Über das Klimt-Farbenrätsel
Es ist eines der großen Geheimnisse der Kunstgeschichte: In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges verbrannten drei bedeutende Gemälde des Malers Gustav Klimt (1862 -1918). Die sogenannten »Fakultätsbilder« sollten im Auftrag der Universität Wien die Fakultäten Philosophie, Jurisprudenz und Medizin darstellen. Wegen ihrer unkonventionellen Ausführung stießen die Bilder beim Auftraggeber jedoch auf Ablehnung und gingen in den Besitz privater Sammler über. Im Zweiten Weltkrieg wurden die drei Gemälde in das niederösterreichische Schloss Immendorf ausgelagert, welches in den letzten Kriegstagen in Flammen aufging. Seitdem gelten Klimts Fakultätsbilder als verschollen. Wie sie einmal ausgesehen haben, zeigten nur noch Schwarz-Weiß-Fotografien und einige zeitgenössische Beschreibungen. Ihre Farbgebung blieb daher weitgehend rätselhaft.
Emil Wallner, KI-Forscher bei »Google Arts & Culture« hatte die Idee, die Farbgebung der Gemälde mittels maschinellen Lernens zu rekonstruieren. Doch alleine konnte Künstliche Intelligenz die Aufgabe nicht lösen. Erst zusammen mit dem Kunsthistoriker und Klimt-Experten Dr. Franz Smola vom Wiener »Belvedere« gelang das erstaunliche Kunststück, den Gemälden ihre Farben wiederzugeben. Wie das Team dabei vorgegangen ist, welche Hindernisse es zu überwinden galt und welche Überraschungen zum Vorschein kamen, kann aktuell in der Kabinettausstellung »Klimt – KI – Kunst« im »KI:Kabinett« im Deutschen Museum Bonn interaktiv und multimedial erlebt werden.

Bild: Deutsches Museum | Eric Alexander Lichtenscheidt
Bild 1 / 3
Gustav Klimts Fakultätsbilder: Die Farbgebung der Gemälde blieb lange rätselhaft
Frei zur Veröffentlichung nur mit dem Vermerk Foto: Deutsches Museum/Lichtenscheidt
download

Bild: Belvedere Vienna | Johannes Stoll
Bild 2 / 3
Dr. Franz Smola, Klimt-Experte am Belvedere Museum Wien, löste das Farbrätsel gemeinsam mit einem Team von »Google Arts & Culture«
Frei zur Veröffentlichung nur mit dem Vermerk Foto: Belvedere Vienna / Johannes Stoll
download

Bild: Deutsches Museum | Eric Alexander Lichtenscheidt
Bild 3 / 3
Der Vortrag ergänzt die Ausstellung »Klimt - KI - Kunst« im Deutschen Museum Bonn, die den Rekonstruktionsprozess anschaulich darstellt
Frei zur Veröffentlichung nur mit dem Vermerk Foto: Deutsches Museum/Lichtenscheidt
download