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Heute fährt mehr als ein Viertel aller Deutschen Mountainbike. Damit hat das Mountainbiking in der Rangliste der aktiv betriebenen Sportarten sogar den Fußball hinter sich gelassen. In einem fußballbegeisterten Land wie Deutschland ist das eine beachtliche Marke. Wir treffen die robusten Geländeräder in den Bergen und im Wald aber auch in der Stadt oder am Bahnhof an. Ob als Sportgerät oder als Verkehrsmittel – Mountainbikes sind vielseitig einsetzbar und in unserem Alltag allgegenwärtig.

Das Mountainbike entstand in den 1970er-Jahren in den USA und verbreitete sich rasch weltweit. Vor dem historischen Hintergrund der Umwelt- und Fitnessbewegung brach an der Westküste der USA ein regelrechter Fahrradboom aus. Beliebt war das Fahren im Gelände, das Freiheit und Abenteuer versprach sowie sportlich rasante Abfahrtrennen. Da es für diesen Nutzungszweck keine wirklich geeigneten Fahrräder gab, begannen findige Tüftlerinnen und Tüftler damit, zunächst ältere Räder für die Anforderungen im Gelände anzupassen und umzubauen. Bald darauf entwarfen sie eigene Konstruktionen, arbeiteten an der Geometrie des Rahmens und entwickelten so letztlich das erste Fahrrad das später „Mountainbike“ genannt wurde. Der Name rekurrierte damit auf den Unterschied zum Straßenrennrad. Aus den kleinen, hobbymäßigen Manufakturen wurden bald global agierende Fahrradfirmen wie Breezer, Gary Fisher, Ritchey Design oder Specialized.

Das Mountainbike wurde schnell populär und trug erheblich zum Bedeutungswandel des Fahrrads vom Gebrauchsgegenstand zum Freizeitgerät bei. Das Fahrrad wurde zum Sport- und Lifestyleartikel und das Mountainbike zum Kultobjekt. Zeugnisse hiervon sind Fanzines und Fachzeitschriften, Filme und Videospiele und Kinderspielzeuge.

Auch in Bezug auf die Entwicklung der Fahrradtechnik ist das Geländerad als eine treibende Kraft zu sehen. Technische Entwicklungen, die sich zunächst am Mountainbike etablierten, stellten sich bald als stilbildend für die allgemeine Fahrradtechnik heraus: Elemente, die uns heute gewöhnlich erscheinen und die wir vielleicht gar nicht als mountainbiketypisch bewerten würden, wie Schalthebel am Lenker, starke Bremsen, Federung etc., sind auch an Trekkingrädern, Gravelrädern, Citybikes, Lastenrädern oder sogar Falträdern zu finden.

In der jüngeren Vergangenheit spielte das Mountainbike zudem eine gewichtige Rolle bei der Verbreitung von E-Bikes (fast jedes zweite verkaufte Pedelec ist Mountainbike). Das elektrifizierte Mountainbike trug maßgeblich dazu bei, das Image des Pedelecs zu wandeln: vom Reichweitenverlängerer für vermeintlich unsportliche oder ältere Menschen hin zu einem hippen, hochtechnisierten Gefährt für Sport und Alltag.

Der neue Ausstellungsbereich zum Mountainbiking in Halle 3 des Verkehrszentrums vertieft all diese Themen. Dabei knüpft er inhaltlich direkt an die Themenschwerpunkte der Halle (Mobilität und Technik) an. Auf drei Terrassenstufen mit insgesamt etwa 75 Quadratmetern Fläche wird die Kultur- und Technikgeschichte des Mountainbikings von den Anfängen bis in die Gegenwart erzählt. Die Terrassen eignen sich, um ein stilisiertes Bergpanorama szenographisch zu fassen, sind einer der wenigen Orte des Verkehrszentrums, die leider nicht barrierefrei zugänglich sind.

Die erste Stufe thematisiert die Entstehungsgeschichte des Mountainbikes. Highlight ist hier zweifelsfrei das erste Mountainbike der Geschichte, das „Breezer“ von Joe Breeze. Die zweite Stufe widmet sich der erfolgreichen globalen Verbreitung des Geländerads. Mittels ikonischer Objekte wie dem „Yeti F.R.O.” oder dem „San Andreas Mountain Cycle” wird zudem die rasante technische Entwicklung des Zweirads nachgezeichnet. Die dritte Stufe widmet sich der sportlichen Dimension des Mountainbikings und zeigt das Rad, auf dem Sabine Spitz 2008 Olympiasiegerin wurde. Außerdem ist dort das Downhillrad zu sehen, mit dem Nina Hoffmann 2023 den Weltcupsieg errang.

Neuer Ausstellungsbereich ab 27. Februar – Mountainbiking

Der Bereich zeigt die Kultur- und Technikgeschichte des Mountainbikes von ihren Anfängen bis in die Gegenwart.

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Mountainbike von der Seite fotografiert. Besonderheiten: gelber Rahmen, hohe Federung, große Reifen. Es ist deutlich, dass es sich um ein stabiles und optimiertes Sportgerät handelt.