Ausgewählte Exponate im Erlebnisraum KI

Bild: Deutsches Museum | Eric Alexander Lichtenscheidt
Deep Fake
Deep Fakes sind realistisch wirkende Medieninhalte, die durch Techniken der Künstlichen Intelligenz abgeändert und verfälscht worden sind. Für ein Deep Fake lernt ein Programm dank KI, wie eine Person aussieht und welche Mimik sie hat. Anschließend lässt sich das Gesicht auf jede beliebige Person übertragen. So lassen sich Videos erzeugen, in denen Menschen scheinbar Dinge sagen oder tun, die sie nie gesagt oder getan haben. Die Möglichkeiten der Manipulation erreichen eine neue Dimension.
Nehmen Sie Platz im Erlebnisraum KI und erleben Sie, wie Ihr Gesicht manipuliert wird und das Aussehen der bekannten Fernsehmoderatoren Harald Lesch, Dirk Steffens oder einer unserer Museotainerinnen annimmt.
Das Exponat wurde durch die TNG Technology Consulting GmbH entwickelt und zur Verfügung gestellt.
Bild: Deutsches Museum | Eric Alexander Lichtenscheidt
KI Zeitreise
Sind sie bereit für eine kleine Zeitreise mit einem KI-Bildgenerator? Dann nehmen sie und ihre Gruppe vor unserer KI-Zeitmaschine Platz, lächeln und finden sich in acht Epochen gleichzeitig wieder. Wie hätten sie in der Steinzeit, in der Antike oder im Wilden Westen ausgesehen? Wie stünde ihnen ein Hippie-Look oder der 80er-Jahre-Style? Halten sie die vergnüglichen Augenblicke fest.
Idee und Umsetzung: Realtime Department, Wuppertal
Bild: Deutsches Museum | Eric Alexander Lichtenscheidt
KI-Wahlkabine
Stimmabgabe per Gesichtserkennung: Soll uns Künstliche Intelligenz die Wahlentscheidung abnehmen?
Wählen gehen könnte so einfach sein: Rein in die KI-Wahlkabine, Vorhang zu, kurz in die Kamera lächeln und schon zeigt der Bildschirm, an welche Partei die Stimme ging. Die simulierte Wahl per Gesichtserkennung in der KI-Installation »Smile to Vote« dauert nicht mal eine Minute und hinterlässt Störgefühle: Sieht so die Zukunft der Demokratie aus?
Die KI-Wahlkabine wurde von Alexander Peterhänsel, Professor für Visual Computing an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg als künstlerisch-wissenschaftliches Forschungsprojekt entwickelt, das zum Nachdenken anregen soll: Wie viel Freiheit sind wir bereit, für Bequemlichkeit aufzugeben? Und ist es überhaupt eine gute Idee, aus dem Aussehen eines Menschen auf seine Persönlichkeit und sein mögliches Verhalten zu schließen?
Alexander Peterhänsel und sein Team haben in diesem Experiment die KI darauf trainiert, bestimmte Muster in der Physiognomie zu erkennen und daraus abzuleiten, welche charakteristischen Gesichtszüge möglicherweise mit einer bestimmten Parteienpräferenz einhergehen. Als Trainingsdaten dienten Bilder von echten Politikern und Politikerinnen aus deutschen Parlamenten.
Datenschutz-Hinweis: Es werden von Benutzerinnen und Benutzern dieser Wahlkabine keinerlei personenbezogene Daten gespeichert.
Bild: Deutsches Museum
PhantasiaHand
Die Demonstration »PhantasiaHand« ist ein KI-Bildgenerator. Die Besucher und Besucherinnen können hier Motiv und Stil des gewünschten Bildes auswählen und veränderen es dann mit dem Finger auf dem Touch-Monitor. Die KI-Anwendung »Stream Diffusion« erzeugt dynamische Bilder in Echtzeit in Abhängigkeit der Touch-Eingaben.
Idee und Umsetzung: Realtime Department, Wuppertal
Bild: Deutsches Museum | Eric Alexander Lichtenscheidt
Watt brauchst du – KI?
Künstliche Intelligenz ist ein enormer Stromfresser. Wie viel Energie tatsächlich benötigt wird, um mit KI-Tools beispielsweise einen Text, ein Bild oder sogar ein ganzes Video zu erstellen, kann man hier körperlich erleben. Die Museumsgäste können sich hier in den Sattel schwingen und kräftig in die Pedale treten. Insgesamt gilt es, sechs verschiedene Level zu erstrampeln, die den steigenden Energiehunger moderner Technik körperlich erlebbar machen. Die Skala reicht von einfachen Aufgaben wie dem Anschalten des PCs (Level 1) bis hin zur absoluten Königsklasse: der Generierung eines nur fünfsekündigen KI-Videoclips (Level 6). Wer hier einmal schwitzend und keuchend Watt produziert hat, vergisst auch in den niedrigeren Leveln nicht so schnell, wieviel Energie alltägliche KI-Rechenprozesse benötigen.
Entwickelt wurde das KI-Energie-Ergometer in Kooperation mit der Arbeitsgruppe Computernetzwerke des Instituts für industrielle Informationstechnik (inIT) der TH OWL.
Bild: Deutsches Museum | Eric Alexander Lichtenscheidt
GoSpeech Medical
Wie verändert KI die Medizin von morgen? Das »KI-Sprechzimmer« lädt dazu ein, die Zukunft der medizinischen Dokumentation heute schon auszuprobieren und zu erleben, wie KI-gestützte Spracherkennung den Klinik- und Praxisalltag verändern kann. In dieser simulierten Sprechstunde kann man beim interaktiven Rollentausch gleichermaßen die Perspektive von Behandelnden und Erkrankten einnehmen. Alleine oder im Duo schlüpfen Besucherinnen und Besucher wahlweise in die ärztliche oder die Patient:innen-Rolle. Nachdem ein Szenario gewählt wurde kann die Zukunft der medizinischen Dokumentation hautnah ausprobiert werden.
Anhand von Leitfragen wird ein klassisches Anamnesegespräch improvisiert. Was ist passiert? Was sind die Beschwerden? Welche Vorerkrankungen gibt es? Während die Akteure frei miteinander sprechen, läuft im Hintergrund die Anwendung von »GoSpeech Medical« und die Künstliche Intelligenz lauscht mit. Dabei wird live miterlebt, was KI in der Medizin schon leisten kann: Das Gespräch wird in Echtzeit strukturiert und filtert blitzschnell die relevanten medizinischen Fakten heraus. Aus den Daten wird automatisiert eine strukturierte Patientendokumentation erstellt. Das Beste daran: das Gesprochene wird am Ende direkt in zwei Ausgaben übersetzt. Für Ärztinnen und Ärzte gibt es einen präzisen medizinischen Bericht mit allen Fakten. Für Patientinnen und Patienten eine leicht verständliche Zusammenfassung der Ergebnisse in einfacher Sprache.
Lesen Sie die Packungsbeilage: Das Ganze ist natürlich eine Simulation, die zum Ausprobieren animiert und keinen echten Arztbesuch ersetzt. Und was im Sprechzimmer passiert, bleibt im Sprechzimmer: die Stimme wird nach der Auswertung sofort wieder gelöscht.
Das KI-Sprechzimmer mit »GoSpeech Medical« wurde gemeinsam mit GRUNDIG Business Systems entwickelt.
Bild: Deutsches Museum | Eric Alexander Lichtenscheidt
Bild: Deutsches Museum | Eric Alexander Lichtenscheidt
Polarstern
Vor zwei Großbildschirmen des vorbeifließenden Polarmeers steht im Maßstab 1:50 das Modell des Forschungsschiffs »Polarstern«, eine Dauerleihgabe des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven.
Über ein Jahr lang ließ sich die echte Polarstern mit ihrer Besatzung in der Arktis einfrieren und erhob riesige Datenmengen zum Klimawandel. Die MOSAiC-Expedition (Multidisciplinary drifting Observatory for the Study of Arctic Climate) war die größte Arktis-Forschungsreise der Geschichte. Vom September 2019 bis Oktober 2020 wurde das arktische Klimasystem umfassend zu untersuchen. Die »Polarstern« war das Herzstück der Expedition. Sie ließ sich im arktischen Eis einfrieren und driftete mit dem Eis über das Nordpolarmeer.
Die MOSAiC-Expedition setzte verstärkt auf Künstliche Intelligenz, um ihre Forschungsziele zu erreichen. KI-Technologien ermöglichen die effiziente Analyse der riesigen Datensätze, die während der Expedition gesammelt wurden, und helfen dabei, komplexe Muster zu identifizieren. Zusammen mit dem Alfred-Wegener-Institut machen wir für unsere Museumsgäste nachvollziehbar, wie diese Daten mit KI wissenschaftlich nutzbar gemacht werden.
Bild: Deutsches Museum | Eric Alexander Lichtenscheidt
Klimaton
Ende 2020 kehrte die Polarstern mit den Forscherinnen und Forschern von der MOSAIC Expedition zurück. Mehr als ein Jahr hatten sie Daten von einem kilometerlangen Netz aus Messstationen gesammelt. Das Ergebnis ist die größte wissenschaftliche Datensammlung einer einzigen Region.
Ist ein spielerischer Umgang mit solchen Daten möglich? Das Künstlerduo Adnan und Nina Softić hat sie mit ihrem Team vertont. Ein Klanginstrument, das KLIMATON, wurde entworfen, das den Museumsgästen die Mischung unterschiedlicher aus Daten geschaffener Klanggruppen ermöglicht. Diese sogenannte Sonifikation stellt eine akustische Form der Anschauung dar.
In Zusammenarbeit mit einer Gruppe von Wissenschaftler*innen des MOSAiC-Projekts, dem Datenspezialisten Dr. Sebastian Mieruch-Schnülle, dem Komponisten Thies Mynther und einem erfahrenen technischen Team hat das Künstlerduo das KLIMATON entwickelt, das die Daten aus der Arktis in Klänge übersetzt – ein sonifiziertes Porträt einer schwindenden Landschaft.
Bild: Deutsches Museum
PowerPoint-Karaoke mit KI?
Diese Anwendung verbindet »GPT4« zur Text-, »Dall-E 3« zur Bild, »D-ID« zur Gesichtsanimation und »ElevenLabs« zur Spracherzeugung, um Präsentationen zu allen möglichen Themen zu erzeugen. Doch was kommt dabei heraus, wenn man sie alle kombiniert? Zum Beispiel: lustige, inhaltlich schlüssige und trotz der absurden Inhalte souverän vorgetragene PowerPoint-Präsentationen. Für Mutige: wer möchte, kann am Exponat seine Stimme aufzeichnen und sein Gesicht abfilmen lassen. Nun wird die PowerPoint Präsentation mit dem eigenen Avatar und der eigenen Stimme vorgetragen.
Idee und Herstellung: TNG Technology Consulting, München
Bild: Deutsches Museum | Eric Alexander Lichtenscheidt
KI-Fotokabine
In der neuen KI-Welt sind Fotos dazu da, manipuliert zu werden. Das kann gefährlich oder wie hier sehr lustig sein. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen ein Foto zu machen und reisen in aberwitzige Szenarien und Welten. Generative KI erzeugt täuschend echt wirkende Bilder. Können wir bald Realität und digitale Fiktion nicht mehr voneinander trennen?
Idee und Herstellung: TNG Technology Consulting, München
Bild: Deutsches Museum | Eric Alexander Lichtenscheidt
Quick, Draw!
Im Spiel »Quick, Draw!« lädt die KI zum Wettstreit zwischen Mensch und Maschine ein. Die Aufgabe der Besucher und Besucherinnen ist es, sechs verschiedene Objekte in wenigen Sekunden mit dem Finger auf den Bildschirm zu zeichnen, während die KI versucht, die Objekte zu erkennen. Das klappt schon erstaunlich gut. Kein Wunder, denn »Quick, Draw!« ist ein riesiges Netzwerk, dass mit jeder Zeichnung dazulernt und immer besser wird. Kann die KI ausgetrickst werden?
in Kooperation mit »Google Arts &Culture«
Bild: Deutsches Museum | Eric Alexander Lichtenscheidt
KI erkennt Krebs
Bei der Krebsbehandlung gilt: je eher die Tumorzellen erkannt werden, desto besser sind die Heilungschancen. Um diese wertvolle Zeit zu gewinnen wird KI in der Krebsdiagnostik eingesetzt. Dazu werden Gewebeproben mit hoher Auflösung gescannt und dann sucht die trainierte KI nach den typischen Tumorstrukturen. Das geht extrem schnell und ist schon sehr zuverlässig. So arbeitet die KI den Ärzten zu, die ohne Zeitverschwendung sofort das verdächtige Gewebe untersuchen können.
in Kooperation mit »MERCK Healthcare KGaA«