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Die A4-Rakete, besser bekannt unter dem Namen V2 (Vergeltungswaffe 2), wurde im Zweiten Weltkrieg in Peenemünde als Fernlenkwaffe für die Deutsche Wehrmacht entwickelt. 

In gigantischen Stollen bei Nordhausen im Harz stellten KZ-Häftlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen etwa 6000 V2-Raketen im damals größten, unterirdischen Rüstungsbetrieb her.

Ausgestellt ist der Antrieb der A4(V2)-Rakete, der erste in Großserie gebaute Raketenmotor mit flüssigem Brennstoff. Die hohe Verbrennungstemperatur in der Brennkammer erforderte Kühlung: Die Turbinenpumpe speist den Brennstoff Alkohol am unteren Ende in die Doppelwand des Motors ein. Der Alkohol strömt zwischen innerer und äußerer Wand zum Einspritzkopf, nimmt dabei Wärme auf und gelangt über Einspritzdüsen in die Brennkammer. Ein Hauptventil regelt den Einspritzdruck. Eine weitere Kühlleitung bringt Alkohol direkt zu feinen Öffnungen in der inneren Kammerwand: Der Alkohol sickert an der Wand entlang, bildet einen dünnen Film, der verdunstet, und bewirkt so eine zusätzliche Kühlung.

Technische Daten:

  • Mittelwerk GmbH, Nordhausen, um 1944

  • Schubkraft: ca. 245 kN

  • max. Brennkammerdruck: 14 bar
  • max. Temperatur: 2660 ºC
  • Masse: 400 kg
  • Oxydator: flüssiger Sauerstoff (72 kg/s)
  • Brennstoff: 75 %iger Äthylalkohol (58 kg/s)
  • max. Brenndauer: 65 s