Philipp Gruber
ForschungsinstitutScholar in Residence
Email p.gruber.ext@deutsches-museum.de
Email philippgruber@posteo.de
Zeitraum: 1. April bis 31. August
“Wohnbäume” virtuell erleben! Virtuelle Vermittlungsformate von “Wohnbäumen” als klimatisch und ökologisch wirksame Wohnformen und deren Anwendung im Ausstellungskontext
Das Forschungsvorhaben untersucht „Wohnbäume“ als innovative urbane Bautypologie, bei denen Bäume und lebende Baumstrukturen integrativ in architektonische Bauwerke und Wohnformen eingebunden werden. Ihre Eigenschaften – wie etwa Verdunstungskühlung und Verschattung – können zur Klimaanpassung des städtischen Wohnens beitragen. Bäume und Wohnräume verschmelzen zu einem integralen Bestandteil der Stadtlandschaft, was Bewohner*innen unmittelbare Naturerlebnisse im Wohnalltag ermöglicht. So entstehen Strukturen, die aktiv mit ihrer natürlichen Umgebung interagieren. Indem Bäume zusätzlich als Lebensraum für Vögel, Insekten und andere Lebewesen dienen, können sie zur lokalen Biodiversität und zum ökologischen Gleichgewicht von Städten beitragen. Ziel des Projektes ist es, die klimatischen, ökologischen und sinnlich-räumlichen Potenziale von “Wohnbäumen” theoretisch zu erforschen und digital erfahrbar zu machen. Am Exponat “Growing Residency” der geplanten Ausstellung “Am Puls von Mensch und Planet” im Deutschen Museum wird dafür eine digitale Studie durchgeführt, wodurch das Objekt über die Ausstellung hinaus wissenschaftlich nutzbar werden soll. Mithilfe von Photogrammetrie werden virtuelle Vermittlungsformate entwickelt, die Natur und Architektur immersiv erlebbar machen. Die Ergebnisse sollen mit der Abteilung DM Digital erarbeitet werden und einen Beitrag zur Erforschung klimaangepasster urbaner Wohnformen sowie zur digitalen Vermittlungsmethodik im Ausstellungskontext am Deutschen Museum leisten.
Kurz-CV:
Philipp Gruber ist forschender Designer und arbeitet an der Schnittstelle zwischen Architektur und Stadtökologie. Derzeit ist er Doktorand an der TU München an der Professur für Green Technologies in Landscape Architecture (GTLA) unter der Leitung von Prof. Dr. Ferdinand Ludwig und arbeitet an dem Forschungsprojekt „Wohnbäume als klimatisch und ökologisch wirksame Wohnbautypologie“. Er schloss sein Studium an der TU Delft mit einem Master of Science in Architektur, Gebäudewissenschaften und Urbanismus ab und beschäftigt sich seitdem mit natur-inklusiven Entwurfsansätzen. Dazu gehören praktische Arbeiten in Zusammenarbeit mit Architekturbüros ebenso wie akademische Arbeiten, Forschung und Austausch. Sein Abschlussprojekt mit dem Titel „Growing Residency“ wurde für den „National Archiprix 2024“ in den Niederlanden nominiert und 2025 in der Ausstellung „TREES, TIME, ARCHITECTURE - Design in Constant Transformation“ im Architekturmuseum der TUM in der Pinakothek der Moderne in München präsentiert. Der begleitende theoretische Rahmen des Projekts wurde 2025 in dem Conference Paper „Design for Cohabitation: Towards a multi-species design practice in architecture based on affordances” von Genova University Press veröffentlicht. Im Jahr 2026 wird die „Growing Residency” auch in der Ausstellung „Am Puls von Mensch und Planet” im Deutschen Museum in München zu sehen sein. Neben seiner akademischen Arbeit hat Philipp berufliche Erfahrungen in mehreren Architekturbüros gesammelt, darunter ZRS Architekten & Ingenieure, Brandão Costa Arquitectos, Walden Studio und Architekten Gruber Hettiger Haus.