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Teleskope für die Himmelsbeobachtung auf der Terrasse des Deutschen Museums.Bild: Deutsches Museum, Archiv, CD 85520
  • Vortrag

Montagskolloqium

Prähistorien Künstlicher Intelligenz: Spiele, Musiken und Texte von Christopher Strachey, Wilhelm Fucks und Theo Lutz

Toni Bernhart Universität Stuttgart

Digitaler Veranstaltungsort: https://meet.google.com/exu-ddbt-twq

Zu Toni Bernhart:

https://www.ilw.uni-stuttgart.de/institut/team/Bernhart/

Abstract:

Die Idee, mithilfe von Computern künstlerische Werke zu produzieren, ist fast gleich alt wie die Maschinen selbst. Erfolgreiche Experimente nehmen in den 1950er Jahren ihren Anfang. Beispiele dafür sind die Mathematiker Christopher Strachey (1916–1975) und Theo Lutz (1932–2010) und der Physiker Wilhelm Fucks (1902–1990). Strachey, der im Umfeld von Alan Turing in Manchester tätig war, programmierte Computer, die Dame spielen und die britische Hymne erklingen lassen konnten, und es gelang ihm, mittels Computer kurze Liebesbriefe zu erstellen. Theo Lutz, angeregt von Max Benses Informationsästhetik, ließ in Stuttgart eine Zuse Z 22 seine „Stochastischen Texte“ schreiben. Wilhelm Fucks schließlich war nicht nur Pionier der mathematischen Sprach- und Musikanalyse, sondern reüssierte als Komponist von Neuer Musik neben John Cage und Iannis Xenakis. Auch wenn sich kybernetische und aleatorische Schaffensprozesse in vielerlei Hinsicht von der Vorstellung Künstlicher Intelligenz unterscheiden, so lassen sie doch deutlich den Anspruch erkennen, künstlerische Produktionsentscheidungen an Algorithmen und Computer zu delegieren, und können als Vorläufer maschineller Intelligenzvorstellungen gelten.

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